Einleitung.
1. Unterscheidung der organischen von den un-organischen Stoffen. Die organische Chemie beschäftigt siehmit den in Pflanzen und Thieren vorkommenden Stoffen, sowiemit den daraus darstellbaren Producten, in so weit sie noch mitden ursprünglichen in ihrer Zusammensetzung Aehnliehkeit zeigen.Es ist in der Natur begründet, dass von den höchst zusammen-gesetzten Thier- und Pflanzenstoffen bis zu den einfachsten un-organischen Stoffen eine ununterbrochene Stufenleiter sich in derArt herstellen lässt, dass jedes Glied dem vorhergehenden unddem folgenden in manchen Beziehungen ähnlich ist, und es bleibtmithin der Willkür des Chemikers überlassen, wohin er dieGrenze zwischen organischen und unorganischen Stoffen setzenwill. Wir finden demgemäss auch keine Uebereinstimmuug zwi-schen den Ansichten verschiedener Chemiker, und ein und der-selbe Stoff, der in der Stufenfolge der Grenze nahe steht, wirdvon dem Einen zu den organischen, von dem Anderen schon zuden unorganischen Körpern gerechnet, während für die höherliegenden keine Meinungsverschiedenheit besteht.
Alle organischen Verbindungen enthalten Kohlenstoff unterihren Bestandtheilen; der Kohlenstoff ist aber nicht unmittelbarmit allen übrigen Elementen in der organischen Verbindung ver-einigt, sondern er bildet zunächst mit einem oder mehreren ein-fachen Stoffen einen zusammengesetzten Körper, der die Rolleeines Elementes übernimmt, und die Fähigkeit besitzt, sich mitanderen Elementen zu vereinigen, weshalb dieser nähere Bestand-teil den Namen zusammengesetztes Kadical erhaltenhat. Während demnach in den unorganischen Stoffen sieh einElement mit einem anderen vereint und die daraus hervorgehendeVerbindung sich wieder mit einer entsprechend zusammengesetz-ten Verbindung zu vereinigen vermag, hat das in den organischenStrecker, organische Chemie. 1