V. Amidartige Verbindungen.
Amide, Nitrile, Amidsäuren, Imide.
424. In diesem Abschnitt sollen diejenigen Verbindungen be-schrieben werden, welche aus den Verbindungen des Ammoniakssowie der organischen Basen unter Austritt von Wasser entste-hen, insofern sie nicht als Basen schon früher behandelt wurden.
Wir haben gesehen, dass das Ammoniak, wenn es mit denSäuren sich zu salzartigen Verbindungen vereinigt, stets die Ele-mente von 1 Aeq. Wasser aufnimmt und in Ammoniumoxyd sichverwandelt. Aus diesen Verbindungen des Ammoniums kann manauf verschiedene Weise Wasser austreiben, wodurch neue eigen-tlnimliche Verbindungen entstehen. Je nach der Menge des Am-moniaks , welches in der Verbindung enthalten ist, sowie derMenge des ausgetretenen Wassers hat man unterschieden:
Amide, entstehen aus 1 Aeq. Säure") -\- 1 Aeq. Ammoniak —
2 Aeq. Wasser,
1 Aeq. Säure -\- 1 Aeq. Ammoniak —4 Aeq. Wasser,
aus 2 Aeq. Säure -f- 1 Aeq. Ammoniak —2 Aeq. Wasser,
2 Aeq. Säure -\- 1 Aeq. Ammoniak —
4 Aeq. Wasser.
Diese Verbindungen lassen sich in verschiedener Weise con-stituirt betrachten.
Wenn Ammoniaksalze durch Verlust von 2 Aeq. Wasser sichin Amide verwandeln, so muss das Ammoniumoxyd 1 Aeq. Was-
Nitrile, entstehen ausAmidsäuren, entstehenImide, entstehen a
) 1 Aeq. Säure stellt die Menge von Säure dar, welche 1 Aeq.Basis (MO), 2 Aeq. Säure die Menge von Säure, welche 2 Aeq.Basis sättigt.