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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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VII. Pectinstoffe.

472. Fast in allen Püanzen, besonders reichlich aber in denunreifen fleischigen Früchten und in den rübenartigen Wurzeln,kommt ein Stoff vor, Peetose genannt, der für sich in Wasserganz unlöslich ist, durch ein in den Früchten enthaltenes Fermentaber in Lösung übergeht und zu einer Reihe von Producten Ver-anlassung giebt, welche man im Allgemeinen Pectinstoffenennt, weil sie die Fähigkeit besitzen, mit Wasser eine Gallertezu bilden. Die Pectinstoffe sind farblos, unkrystallisirbar, un-löslich in Weingeist und nicht fähig, sieh in Zucker zu verwan-deln. In Wasser sind sie theils löslich, theils unlöslich; sie wir-ken nicht auf das polarisirte Licht.

Die Peetose, deren Existenz man nur erschliesst, ohne sieje für sich dargestellt zu haben, ist immer mit Cellulose gemengt,von der sie aber dadurch getrennt werden kann, dass man dasGemenge mit verdünnten Säuren in der Wärme behandelt, wo-durch die Peetose in das in Wasser lösliche Pectin verwandelt wird.

Pectin. Das Pectin kommt in den reifen Früchten fertiggebildet vor und lässt sich aus dem Saft von reifen Birnen dar-stellen, indem man den Kalk mittelst Oxalsäure und die eiweiss-artigen Stoffe mittelst Gerbsäure ausfällt, worauf man das Pectindurch Alkohol aus der Lösung niederschlagt. Auch aus denRüben kann man das Pectin durch Erwärmen mit verdünntenSäuren und hierauf durch Fällen mit Weingeist erhalten.

Das Pectin fällt auf Zusatz von Alkohol aus concentrirtenLösungen in langen Fäden, aus verdünnten als eine Gallertenieder. Es reagirt neutral und giebt mit Rleizuckerlösung keinenNiederschlag, wird aber durch basisch essigsaures Bleioxyd gelallt.

Durch Kochen verändert sich das Pectin in seiner wässerigenLösung in P arapectin, wobei diese ihre gummiartige Beschaf-fenheit verliert und zugleich die Fähigkeit erhält, durch Bleizuckergelallt zu werden. Auf Zusatz von Alkohol schlägt sich einfarbloser Stoff nieder, welchen man Parapectin genannt hat-