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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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VIII. Mit Zucker gepaarte Stoffe (Glucoside).

473. Diese in den Pflanzen sehr verbreiteten, bis jetzt nochnicht künstlich dargestellten Stoffe sind charakterisirt durch dieEigenschaft, bei der Behandlung mit Sauren, oder auch Alkalien, jaoft schon durch die schwächsten Einwirkungen in Zucker (Glu-cose) und einen zweiten Stoff sich zu spalten, wobei die Elementedes Wassers aufgenommen werden. Die neben Zucker (Glucose)bei der Zersetzung der Glucoside auftretenden Stoffe sind sehrverschiedenartig, gewöhnlich sind es schwache Säuren, zuweilenindifferente Stoffe, niemals Basen. In Folge ihrer leichten Zer-setzbarkeit sind viele von ihnen lange nicht bemerkt worden,und man hat bei der Untersuchung der Pflanzen nur die darausentstehenden Producte gefunden.

Gerbstoffe oder Gerbsäuren.

474. In sehr vielen Pflanzen findet sich ein Stoff, welchersauer reagirt, zusammenziehend schmeckt und beim Vermischenmit Eisenoxydsalzen eine schwarze oder grüne Färbung bewirkt.Derselbe wird durch Leim gel ällt und von der thierischen Hautautgenommen, welche dadurch in Leder übergeht. Man hat die-sen Stoff früher Gerbstoff genannt und denselben aus verschie-denen Pflanzen dargestellt als identisch betrachtet, während manjetzt viele verschiedene Gerbstoffe unterscheidet und sie nachden Pflanzen , in welchen sie besonders charakterisirt sind, be-nennt. Obgleich bis jetzt nur in einzelnen Gei bsäuren, der Eichen-gerbsäure namentlich, die Gegenwart von Zucker (oder vielmehrein Stoff, der durch Aufnahme von Wasser in Zucker übergeht)nachgewiesen ist, so lässt sieh doch bei der Uebereinstimmungin den übrigen chemischen Eigenschalten mit Sicherheit auchfür die übrigen Gerbstoffe eine entsprechende Zusammensetzungannehmen.