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I. Stickstoffhaltige Radicale und ihreVerbindungen.
G3. Die stickstoffhaltigen Radicale, deren Zahl unbedeutendist, stehen den unorganischen Stoffen in ihrem Verhalten so nahe,dass man sie zum Theil zu den unorganischen Stoffen rechnet.
Sie lassen sich künstlich aus rein unorganischen Stoffen er-zeugen. Man kennt folgende: Cyan, C 2 N, Schwefelcyan,C S NS 2 , Ferrocyan, C 8 N 3 Fe, Ferridcyan, C 12 N c Fe.,, sowieähnliche gepaarte Radikale, und Mellan, C 6 N 4 .
Cyan: C 2 N=Cy.
04. Das Cyan, welches aus Kohlenstoff und Stickstoff be-steht, bildet sich, so oft Kohlenstoff und Stickstoff in starker Glüh-hitze mit einem Alkali-Metall zusammen kommen, am leichtestenaber wenn nicht freier Stickstoff, sondern stickstoffhaltige Ver-bindungen mit Kohlenstoff und Alkalien geglüht werden. EinigeVerbindungen des Cyans finden sich in der organischen Natur.
Man stellt das Cyan aus dem Cyanquecksilbcr, ahnlich wieman den Sauerstoff aus Queeksilberoxyd gewinnt, durch Erhitzendar, und wendet dabei den in Fig. 17 dargestellten Apparat an.Cyan und Quecksilber trennen sich hierbei, und da ersteres eingasiörmiger Körper ist, so kann man es in Gasleitungsröhrenin die zu seiner Aufnahme bestimmten Gefässe führen. DasCyangas ist farblos, von 1,8004 specif. Gewicht. Unter einemDruck von 2.7 Atmosphären verwandelt es sich bei 0° in einewasserhelle, dünne Flüssigkeit von 0,800 specif. Gewicht, welchebei — 35° zu einer strahligen, eisähnlichen Masse erstarrt. DasCyangas hat einen eigenthümlichen stechenden Geruch, welcheran den der Blausäure erinnert. An der Luft entzündet, verbrennt