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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
Seite
307
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L snin t

S07

Alkohol und Aether. Bei dem Erllitzen schmilzt sie bei 200 uund zersetzt sieb in höherer Temperatur. Mit den Alkalien undErdalkalien bildet sie lösliehe Salze, welche an der Luft sich rotb.färben; mit den Erden und schweren Metalloxyden bildet sie un-lösliche Salze. Sie löst sich in eoncentrirter Schwefelsäure aufund wird durch Zusatz von Wasser wieder gefällt.

Bei der trocknen Destillation liefert die Usninsäure einendem Orcin in manchen Stücken ähnlichen Körper, den manBetaorcin genannt hat.

Das Betaorcin, C 10 II 10 O 4 , krystallisirt in quadratischenSäulen. Es ist farblos, in Wasser, Weingeist und Aether löslich,von süssem Geschmack und neutraler Reaction. Beim Erhitzensublimirt es vollständig. Chlorkalklösung oder Ammoniak undLuft färben es wie Orcin roth.

Cetrarsäure: C 34 IIi 6 0 15 (?).

490. Diese Säure ist in dem isländischen Moos {Cetrariaislandica) enthalten, und die Ursache des bitteren Geschmacksdesselben. Durch Behandlung mit Weingeist und wenig kohlen-saurem Kali zieht man die Säure aus und lallt sie durch Zusatzvon Salzsäure. Durch Auslaugen mit verdünntem Weingeist undAether entzieht man beigemengte Stoffe, und erhält endlich durchPmkrystallisiren aus Weingeist die Cetrarsäure in farblosen, haar-förmigen Krystallen, die in Wasser kaum löslich sind. In Alka-lien löst sich die Säure leicht, sowie auch in Ammoniak untergelber Färbung, die an der Luft in Braun übergeht. Durch con-centrirte Schwefelsäure wird sie erst gelb, dann roth, durch Salz-säure aber (die unreine'?) blau gefärbt.

Chrysoph an säure: C 40 H 16 0 12 (?).497. Diese Säure wurde sowohl in einer Flechte (Parmeliaparietina) als auch in der Rhabarbcrwurzel gefunden. Aus derFlechte gewinnt man sie wie die vorhergehenden Säuren, aus demRhabarber zieht man sie am besten mit Aether aus. Sie krystal-lisirt in goldgelben Nadeln, ist geschmack - und geruchlos, undsublimirt beim Erhitzen zum Theil unzersetzt. In Alkalien löstsie sich unter tiefrother Färbung auf. Die Salze der Säure wer-den beim Trocknen violett und schon durch Kohlensäure zer-setzt. Durch Behandlung mit Salpetersäure verwandelt sich dieChrysophansäure in einen rothen, in Ammoniak mit tief violetterFarbe löslichen Körper.