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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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306
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Chro mögen e.

dunkelroth gefärbte Losung von Orcein- Ammoniak, aus wel-cher durch Essigsäure das Orcein, C^II^NO^, ais ein braunesPulver gelallt wird. Es verbindet sich mit Ammoniak und mitden Alkalien zu violettrothen löslichen Salzen, welche durchRlei- und Silbersalze gefällt werden. Schwefelwasserstoff zerstörtdie Farbe, ohne dass sich dabei Schwefel abscheidet. DurchSäuren kommt die ursprüngliche Färbung wieder zum Vorschein,während gleichzeitig Schwefelwasserstoff sich entwickelt. DieEntstehung des Orceins geschieht unter Aufnahme von Sauerstoffaus der Luft nach der Gleichung:

C.,11,0, + KU, -f G O = C 14 H.K0 6 + 4 110.

Orseille und Lackmus.

494. Unter dem Namen Orseille (Archil), Persio, kommen indem Handel Farbmaterialien vor, die man aus allen den Flechtengewinnt, welche die vorher gehenden Säuren enthalten. Die ge-pulverten Flechten werden mit Harn vermischt an einem warmenOrte bei Zutritt der Luft gähren gelassen, worauf nach fünf bissechs Wochen sich Alles in eine purpurfarbige Masse verwandelthat. Die Flechtensäuren zerfallen in Folge der Gährung, wobeiOrcin frei wird, das mit dem aus Harnstoff entstehenden Ammo-niak das Orcein liefert. Die Orseille wird in der Färberei ange-wendet, liefert aber wenig beständige Farben.

Auch der Lackmus wird aus ähnlichen Flechten, namentlichaus Lecanora tartarea, gewonnen, wobei die gemahlenen Flechtenmit ammoniakalischen Flüssigkeiten der Verwesung ausgesetzt,später mit Alaun, Pottasche und Kalk vermischt, längere Zeitstehen gelassen werden, bis die höchste Färbung eingetreten ist,worauf man mit Kreide oder Sand die Masse zu Würfeln formt.

Der wesentlichste Farbstoff des Lackmus ist in freiem Zu-stande roth, in Verbindung mit Basen aber blau gefärbt, woraussich die Anwendung des Lackmus als Reagens ergiebt. Durchdie blaue Färbung mit Alkalien ist der Farbstoff des Lackmuswesentlich von dem der Orseille verschieden.

Usninsäure: C 38 H 1B 0 14 .

495. Sie gehört zu den allgemeinsten Bestandtheilen derFlechten; denn man hat sie in allen Arten der Gattung Cmea,sowie in Cladoma, Evernia, Parmelia und vielen anderen Flech-tengattungen gefunden , aus denen sie wie die vorher erwähntenFlechtensäuren dargestellt wird. Sie krystallisirt in strohgelbenglänzenden Blättern, ist unlöslich in Wasser, schwer löslich in