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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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305
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zende Krystalle von schwach süssem Geschmack. Bei dem Er-hitzen zersetzt es sich unter Verbreitung eines Geruchs nach ver-branntem Zucker. In Wasser und Weingeist ist es leicht löslichund wird weder durch Ammoniak noch durch Chlorkalk gefärbt.Mit Salpetersäure liefert es eine sehr explosive Nitroverbindung.

Evernsäure: C 84 H 16 0 U .

492. Sie kommt in der Evernia prunastri vor, woraus siedurch Auskochen mit Kalkmilch und Fällen mit Salzsäure in klei-nen gelblichen Krystallen erhalten wird. Sie ist in kaltem Wasserunlöslich, wenig löslich in kochendem, leicht in Alkohol undAether. Sie bildet mit Baryt ein in Weingeist leicht loslicheskrystallisirtes Salz, BaO . C,, H 15 0 ]a .

Beim Kochen mit verdünnter Kalilauge oder mit Barytwasserzerfällt die Evernsäure in Orsellinsäure (oder deren Zersetzungs-produete) und Everninsäure.

Die Everninsäure, C 1B II ln O, bildet farblose haarförmigeKrystalle, die in kochendem Wasser, in Alkohol und Aether leichtlöslich sind, und weder durch Chlorkalk, noch durch Ammoniakund Luft roth werden. Die Entstehung der Everninsäure erklärtsich nach der Gleichung:

^jB^Oj, + 2HO = C 12 H^Oe + CieH^O,,.

Evernsäure Orsellinsäure Everninsäure.

Kocht man Evernsäure mit starkem Alkohol längere Zeit, soentsteht everninsaures Aethyloxyd und orsellinsaures Aethyloxyd,welches letztere aber zum Theil wieder in Orcin, Kohlensäureund Alkohol zerfällt.

Orcin: C,,I10, -f 2IIO.

493. Das Orcin ist das letzte Produet, welches beim fortge-setzten Kochen aller vorhererwähnten Flechtensäuren mit Wasserentsteht. Es bildet sich nämlich durch Zerfallen der Orsellinsäureunter gleichzeitiger Entwickelung von Kohlensäure:

C 16 H 8 0 =C u H,0 4 + 2 CO,.

Dampft man die wässerige Lösung ein, so krystallisirt es infarblosen Prismen, die in Aether und Weingeist leicht löslich sind.Es schmeckt süss, schmilzt bei dem Erhitzen und sublimirt un-zersetzt. Mit Brom behandelt erhält man daraus Tribromor-cin, C M 1L Br f O,, in farblosen, seideartigen Krystallen.

Durch Chlorkalk wird das Orcin roth gefärbt.

Uebergiesst man Orcin mit Ammoniak und lässt die Mischungin einem offenen Gefäss an der Luft stehen, so erhält msn eine

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