Flechtenstoffe.
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mit Alkohol oder Wasser eine Zersetzung erleiden, in welchereine Saure (meistens Orsellinsäure), und neben dieser gewöhnlichindifferente Körper entstehen. Sie zeigen in dieser Beziehungeinige Aehnliehkeit mit den Glucosiden. Die Orsellinsäure, C 16 H 8 O a ,zerfällt indessen leicht selbst wieder in Orcin, C lf II s 0 4 , und Koh-lensäure, nach der Gleichung:
C„H.O, = C 14 H,0 4 + 2CO a .
In dieser Weise liefern die meisten Flechtensäuren als letz-tes Product Orcin und nebenbei verschiedene andere Stoffe. AndereFlechtensäuren geben dagegen dem Orcin homologe Stoffe, z. B.Betaorcin, C, 6 H 10 O 4 .
Alphaorsellsäure: C 32 II 14 O,,.
489. Diese Säure findet sich in einer südamerikanischenFlechtenart, welche mit Ttoccella tinetoria grosse Aehnliehkeit hat.Man kocht die Flechte mit Kalkmilch aus, scheidet durch Zusatzvon Salzsäure die gelöste Flechtensäure ab und krystallisirt dieseaus warmem Weingeist um Die Anwendung von kochendemWeingeist hat man dabei zu vermeiden. Die Säure bildetfarblose, sternförmig vereinigte Krystalle, die in Wasser fast un-löslich, leicht in Alkohol und in Aether löslich sind. Durch Chlor-kalk färbt sich die Säure tief roth; mit den Alkalien und alkali-schen Erden bildet sie leicht lösliche krystallisirbare Salze.
Orsellinsäure (Lecanorsäure): HO.C 16 H ? O r . DieseSäure tritt als allgemeines Zersetzungsproduct aller Flechten-säuren auf.
Kocht man die neutralen Salze der Alphaorsellsäure längereZeit mit Wasser, so entsteht Orsellinsäure, welche man durchZusatz von Salzsäure ausfällen kann, C,. II 14 0 14 -f- 2110 =2(C 16 H„0 B ) Die Säure krystallisirt in farblosen, sauer und bitterschmeckenden Prismen, ist in Wasser und Weingeist löslich undbildet mit Kalk und Baryt neutrale lösliche Salze, z. B. BaO.
Qcii-o ; .
Kocht man die Alphaorsellsäure mit Alkohol, so entsteht eineAethyloxydverbindung der Orsellinsäure, die bei dem Abdampfender Flüssigkeit in nadeiförmigen Krystallen zurückbleibt. Dieselbeist in kochendem Wasser, Alkohol und Aether leicht löslich.Ihre Formel ist: C 4 IL,0 . C 16 H r O ? . Man hat diese Verbindung,welche man aus d-n meisten Flechtensäuren erhält, früher auchLecanoräther, Erythrinäther oder P.seudoerythrin genannt.
Die Orsellinsäure zerfällt bei längerem Kochen mit Wasser,