250 Amidartige Verbindungen.
ser und ausserdem 1 Aeq. Wasserstoff verHeren, -welches letzteremit 1 Aeq. Sauerstoff aus der Säure sich zu Wasser vereinigtund austritt. Es bleiben hiermit 2 Reste übrig, welche mit ein-ander in Verbindung treten. Der eine Rest ist: N H 4 O — HO —H = NH S = Ad (Amid); der Rest der Säure ist die wasser-freie Säure minus 1 Aeq. Sauerstoff, z. B. (oxalsaures Ammo-niak), NH 4 0 . C,0 3 — 2IIO = NH 2 .C 2 0 2 (.Oxamid). Wieman sieht, vertritt also Amid (NH 2 ) in den sogenannten Amid-verbindungen die Stelle von 1 Aeq. Sauerstoff in der wasser-freien Säure-
In derselben Weise lässt sich die Constitution der Amid-säuren betrachten. Auch in ihnen tritt 1 Aeq. Amid (Nil,)an die Stelle von 1 Aeq. Sauerstoff in der Säure. Da indessendie sauren Salze als Verbindungen des Säurehydrats mit neutra-lem Salz angesehen werden können, so lässt sich die Amidsäureentsprechend als eine Verbindung des Säurehydrats mit demAmid betrachten, z. B.:
Zweifach-oxalsaures Ammoniak . NII 4 O.C 2 0 3 -j- I10.C 2 0 3 .Oxaminsaure........NH 2 . C 2 O s -f HO . C 2 0 3 .
Die Nitrile dagegen lassen sich als Verbindungen des Säure-radicals mit Stickstoff ansehen. In ihnen ist aller Wasserstoffdes Ammoniums und 3 Aeq. Sauerstoff der Säure ausgetreten,während die Reste mit einander vereinigt blieben:
NH 4 O.C,,IL,0 3 — 4IIO = K.C, 4 H 5
Benzoesaures Ammoniak. Benzonitril.
Die Imide, welche aus den zweifach-sauren Salzen unter Aus-tritt von 4 Aeq. Wasser entstehen, kann man, den Amidsäurenentsprechend, als Verbindungen des Säurehydrats mit Nitrilenansehen:Zweifach-bernsteinsaures
Ammoniak.....Nil, O . C, II 2 0 3 + HO . C 4 H„ 0 3 ,
Succinimid......N" . C 4 H 2 -4- HO . C 4 H 2 O a .
Es ist aber ihrer Natur, sowie besonders den Verbindungen an-derer Basen (z. B. Anilin), entsprechender, wenn man in ihnenImid, NH, verbunden mit einem durch Austritt von 2 Aeq.Sauerstoff aus der Säure entstandenen Stoff annimmt. Hiernachwäre das Succinimid: NH.2(C 4 II 2 0 2 ).
Die Imide besitzen indessen nicht mehr die Eigenschaftenvon bestimmten Säuren, doch vereinigen sie sich mit Silberoxyd,Bleioxyd und einigen anderen Oxyden, aber nicht mit den Alka-lien. Alle diese Verbindungen sind im Stande, unter Aufnahme