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2 (1853) Organische Chemie
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197
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Stibäthyl. 197

keit von 1,324 speoif. Gewicht, die bei 158" siedet. Sie riechtunangenehm nach Zwiebeln, ein Tropfen derselben rancht an derLuft und verbrennt bald mit leuchtender Flamme. Sie löst sichleicht in Weingeist und in Aether auf, ist aber in Wasser un-löslich.

L'ässt man die alkoholische Lösung des Stibäthyls in einemlose bedeckten Gefässe stehen, so oxydirt es sich und verwandeltsich in Stibäthyloxyd, 3 (G,H 5 ) Sb0 2 ; dasselbe ist einezähe, wasserhelle, unkrystallinische Masse, die in Wasser undWeingeist leicht löslich ist, weniger in Aether, und die an derLuft sich nicht mehr verändert. Beim Erhitzen zersetzt es sich.

Das Stibäthyloxyd vereinigt sich mit den Säuren zu neutra-len Salzen, welche sämmtlich 2 Aeq. Säure enthalten. Das sal-petersaure Stibäthyloxyd, 4 (C,II 5 ) SbO s . 2 N0 5 , kry-stallisirt in grossen Prismen, die bei C2° ohne Zersetzung schmel-zen, bei stärkerem Erhitzen verpuffen. Das schwefelsaureStibäthyloxyd, 3 (C 4 H 5 ) SbCv,. 2 S 0 3 , krystallisirt in kleinenweissen Krystallen, die in Wasser sehr leicht löslich sind.

Das Stibäthyl vereinigt sich ferner mit 2 Aeq. Chlor, Bromoder Jod zu eigenthümliehen, den Haloidsalzen ähnlichen Ver-bindungen. Diese Verbindungen lassen sich unmittelbar ausStibäthyl und Chlor, Brom oder Jod darstellen.

Das Chlorst ibäthyl, 3 (C,H 5 ) SbCl, lässt sich auch ausStibäthyl und rauchender Chlorwasserstoffsäure darstellen, wobeiWasserstoffgas entweicht, am leichtesten durch Vermischen vonsalpetersaurem Stibäthyloxyd mit concentrirter Chlorwasserstoff-säure, wobei es sich als eine farblose Flüssigkeit von 1,540 speeif.Gewicht abscheidet Es riecht wie Terpentin, schmeckt bitterund ist in Wasser unlöslich, in Alkohol und Aether leicht löslich.Das Jodstibäthyl, 3 (C,IL,) Sb. J 2 , krystallisirt in farblosen Nadeln,die bei 70" schmelzen. Das Bromstibäthyl, 3 (C.,II 5 ) Sb.Br 2 , isteine schwere, farblose Flüssigkeit, die bei —10° erstarrt.

Seh wefelstibäthyl, 3(C 4 II 5 ) Sb S s , wird leicht durchKochen einer ätherischen Lösung von Stibäthyl mit Schwefel ge-bildet, und krystallisirt bei dem Erkalten in voluminösen, silber-glänzenden Krystallen, welche unangenehm riechen und etwasüber 100° schmelzen. Verdünnte Säuren entwickeln darausSchwefelwasserstoff, während sich ein Stibäthyloxydsalz bildet.

Das Stibäthyl verhält sich wie ein einfaches, mit starken Affi-nitäten begabtes Radical. Da sich seine Formel nicht theilenlässt, so muss man annehmen, dass es mit 2 Aeq. Sauerstoff,

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