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Cyan.
eisernen Tiegel bei schwacher Glühhitze schmilzt. Das Cyan-eisen, welches in dem Blutlaugensalz neben Cyankalium enthaltenist, wird in ersterem Falle in Kohleneisen und Stickstoff zersetzt,in letzterem aber theils in Cyankalium , theils in cyansaures Kaliund metallisches Eisen verwandelt nach der Gleichung:2(2KCy-f- FeCy) +2(K0 . C0 2 ) = 5KCy -f- KO.CyO -f-2C0 2 + 2Fe.
Das Cyankalium ist eine farblose, nach dem Schmelzen inWürfeln, aus der wässrigen Lösung aber in Oetaedern krystalli-sirender Körper. Es schmilzt in der Rothglühhitze zu einerwasserhellen Flüssigkeit. An der Luft zieht es Feuchtigkeit anund zerfliesst, und entwickelt dabei den Geruch nach Blausäure.Die wässerige Lösung reagirt stark alkalisch und ist giftig wieBlausäure. In Weingeist löst es sich um so leichter auf, jewasserhaltiger derselbe ist.
Das Cyankalium zersetzt sich sehr leicht. Beim Kochen mitWasser zerfällt es allmälig in Ammoniakgas und ameisensauresKali. Beim Erhitzen mit Metalloxyden reducirt es die meistenderselben zu Metallen, indem es in cyansaures Kali übergeht.Letzteies geschieht auch beim Schmelzen an der Luft.
ß9. Die Verbindungen des Cyans mit den übrigen Akalime-tallen und Erdalkalimetallen sind sämmtlich in Wasser löslich. DasCyanammonium, NH.,Cy, welches man durch Erhitzen einesGemenges von Cyankalium und Salmiak erhält, krystallisirt infarblosen Würfeln und kocht bei 36°. Es riecht und schmecktnach Ammoniak und Blausäure zugleich, und ist höchst giftig.
Die Cyanverbindungen der schweren Metalle sind in Wassermeistens unlöslich, lösen sich aber in einer wässerigen Auflösungvon Cyankalium grossentheils auf, indem sie sich mit Cyankaliumzu Doppelsalzen verbinden. Man stellt sie dar, indem man diebetreffenden Metalloxydlösungen mit Cyankalium versetzt, oderauch indem man das Oxyd mit Blausäure übergiesst.
70. Cyannickel, NiCy. Eine Auflösung von schwefelsau-rem Nickeloxydul giebt, mit Cyankalium versetzt, einen apfelgrü-nen Niederschlag von Cyannickel, der in überschüssigem Cyanka-lium sich auflöst. Beim Abdampfen krystallisirt ein Doppelsalzvom Cyannickelkalium in blassgelben wasserhaltigen Krystallen.Aus der Lösung derselben fällt gelbes Quecksilberoxyd, unterBildung von Cyanquecksilber, Nickeloxydul.
71. Cyanquecksilber, Hg Cy. Das gelbe Quecksilber-oxyd löst sich leicht in wässeriger Blausäure auf. und beim Abdam-pfen krystallisirt wasserfreies Cyanquecksilber. Da hierbei ein Ueber-