Cyanmetalle. G3
schuss von Quecksilber leicht gelöst wird, so hat man Sorge zutragen, dass die Lösung schwach 'nach Blausäure riecht. DasCyanquecksilber krystallisirt in farblosen quadratischen Säulen.Beim Erhitzen zerfällt es in metallisches Quecksilber und Cyan-gas; doch bleibt immer eine leichte schwarze Masse (Paracyangenannt) zurück, welche, wie das Cyan, auf 2 Aeq. Koh-lenstoff 1 Aeq Stickstoff enthält. Das Cyanquecksilber ver-bindet sich mit manchen Sauerstoffsalzen, Chlor-, Brom- undJodmetallen in verschiedenen Verhältnissen zu Doppelsalzen.
72. Cyansilber, AgCy, scheidet sich als weisser käsigerNiederschlag ab, so oft ein Silberoxydsalz mit Blausäure oder einemlöslichen Cyanmetall zusammengebracht wird. Es ist in Wasserunlöslich, und löst sich auch in verdünnter Salpetersäure fastgar nicht auf. Dagegen wird es von Ammoniak, sowie von Cyanka-lium leicht aufgelöst. Beim Erhitzen schmilzt es unter Verlustder halben Cyanmenge, und hinterlässt ein silberweisses Kornvon Paracyansilber, Ag 6 C 6 N 3 . Bei Luttzutritt erhitzt, bleibtnur metallisches Silber zurück.
73. Cyansilberkalium, KCy.AgCy, erhält man durchAuflösen von Cyansilber in wässerigem Cyankalium beim Eindam-pfen in regelmässigen Octaedern. Man wendet dieses Salz häu-fig bei der galvanischen Versilberung an (I. 004.), indem esdurch den galvanischen Strom so zersetzt wird, dass das Silbersich an dem negativen Pol abscheidet.
74. Cyangold, AuCy. Eine möglichst neutrale Chlor-goldlösung wird allmälig zu einer heissen concentrirten Lösungvon Cyankalium gebracht. Das farblose Gemenge setzt beim Er-kalten grosse farblose Tafeln von Goldcyankalium (K Cy-j-Au Cy 3 )ab. Dieses Salz dient in wässeriger Lösung als galvanischesVergoldungsmittel (I. 003.). Das Dreifach - Cyangold lässt sichdurch jede stärkere Säure daraus abscheiden und in farblosenwasserhaltigen Blättern krystallisirt erhalten. Es ist in Wasser,Weingeist und Aether leicht löslich.
Gepaarte Cyanmetalle.
75. Ein eigenthümliches Verhalten zeigen die Doppelverbin-dungen einiger Cyanmetalle, z. B. von Cyaneisen, Cyankobalt, Cyan-platin, indem in ihnen Eisen , Kobalt oder Platin in näherer Ver-bindung mit Cyan enthalten ist und daher nicht wie in den übri-gen Eisen-, Kobalt- oder Platinverbindungen durch doppelte Zer-setzung sich abscheiden lässt.