Einleitung. 51
5G. Durch Vermischen der organischen Substanzen mit Salz,Kiesel, Ziegelmehl u. s. w. wird die Destillation derselben dagegenerschwert, und sie erleiden weit leichter eine Zersetzung. Esrührt dies daher, dass diese Beimengungen sich stärker erhitzenlassen, und auf den mit ihnen in Berührung kommenden DampfFig. IG.
des unzersetzten Körpers zersetzend einwirken, ähnlich wie wennman den Dampf durch eine glühende Röhre leitet.
Die unzersetzt nicht flüchtigen organischen Körper erleidenhierbei meistens eine derartige Verwandlung, dass der Sauerstoffderselben sich mit einem Theile des Kohlenstoffs und Wasser-stoffs zu Kohlenoxyd, Kohlensäure und Wasser, der Stickstoffmit Wasserstoff zu Ammoniak verbindet, wobei Kohle zu-rückbleibt, die nur sehr wenig Wasserstoff und Sauerstoff, da-gegen bei stickstoffhaltigen Stoffen viel Stickstoff zurückhält.
Lässt man die Temperatur hierbei allmälig sich erhöhen, sotreten anfangs sauerstoffreiche Stoffe, z.B. Essigsäure, C,H,0„Holzgeist, C 2 H, 0 2 , auf, später erseheinen sauerstoffärmere,z. B.Phensäure, CuHO,, oder Ko hlen Wasserstoffe, z.B.Sumpfgas, C 2 H n Ölbildendes Gas, C 4 H 4 , und Naphta-lin, C ä0 H a . Ausserdem bilden sich flüchtige Oele von üblemGeruch, die sogenannten Brandöle, oder zähe, dunkle Stoffe,Brandharze genannt; bei Gegenwart von Stickstoff sind denProducten stets organische Basen, z. B. Anilin, C^H^-N, bei-gemengt. Je langsamer die Temperatur bei der trocknen Destil-lation sich erhöht, um so mehr Kohle bleibt zurück, weil um somehr Sauerstoff sich mit Wasserstoff verbunden hat.
57. Die einfacher zusammengesetzten organischen Stoffe erlei-den beim Erhitzen für sich häufig sehr einfache Zersetzungen, wobeientweder nur Wasser, oder nur Kohlensäure, oder Kohlensäureund Wasser austritt, wodurch neue, meist flüchtige Producte von