42 Einleitung.
das Brom schon weit schwacher einwirkt, und dass Jod nochweniger kräftig die organischen Verbindungen angreift.
Das diesen Metalloiden nahe stehende Cyan verbindet sichmit manchen organischen Stoffen, ohne dass ein Austreten vonWasserstorf erfolgt.
43. Das Verhalten des Anilins, C 12 II 7 N, gegen Chlor,Brom, Jod und Cyan bietet ein charakteristisches Beispiel zuObigem dar. Während das Chlorgas so heftig auf Anilin ein-wirkt, dass der grösste Theil desselben eine weit eingreifendeVeränderung erleidet, und nur ein kleinerer Theil in Trichlor-
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anilin, C lä ™ 1 |N, verwandelt wird, liefert das Brom nur Tri- •
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brornanilin, C I2 r>| (N, das Jod aber substituirt nur 1 Aeq.
Wasserstoff und bildet Jodanilin, C 12 T 6 !r>- Das Cyan ver-bindet sich endlich mit dem Anilin, ohne dass Wasserstoff austritt.45. Die übrigen Metalloide äussern im Allgemeinen keineEinwirkung auf organische Stoffe, ausser in sehr hoher Tempe-ratur, oder überhaupt unter Umständen, in welchen die organi-schen Substanzen ohnedem eine Aenderung erleiden; die Metalloide,z. B. Schwefel, nehmen alsdann an der Zersetzung Theil undändern die sonst entstehenden Producte.
Einwirkung der Salpetersäure.
4G. Die Salpetersäure wirkt auf die organischen Stoffe, wieauf die unorganischen, gewöhnlich oxydirend; sie selbst geht hier-durch in salpeterige Säure, Stickstoffoxyd, oder selbst in Stick-stoff über, der oft mit einem Theil des Kohlenstoffs und Wasser-stoffs Blausäure bildet. Der von der Salpetersäure abgegebeneSauerstoff entzieht entweder dem organischen Stoff Wasserstoff, oderer tritt geradezu in die Verbindung ein, oder es findet endlichbeides gleichzeitig statt, genau so, wie wir dies bei der Einwir-kung des freien Sauerstoffs beschrieben haben (41.). Die Salpeter-säure wirkt indessen kräftiger als der lreie Sauerstoff ein, und eserfolgt daher eine tiefer eingreifende Oxydation. In vielen Fällenwirft sich der Sauerstoff auch auf einen Theil des Kohlenstoffsund verwandelt ihn in gasförmig entweichende Kohlensäure.
Die Zimmtsäure, C I8 H 8 0 4 , geht beim Kochen mit Salpeter-säure in Benzoesäure, C 14 H 6 0,, über, nach der Gleichung:C^H.O, + 100 = C,,H 0 O 4 + 4C0 2 4- 2H0