Einleitung. 41
Trichlorplienylsäure, C l2 q 3 !0._,, über, worin 3 Aeq. Wasser-stoff durch 3 Aeq. Chlor vertreten sind. Folgende Gleichungstellt die Entstehung dieses letzten Substitutionsproducts aus derPhenylsäure dar:
C 18 H 6 O s -+- 6C1 = C, (H.CIJO. + 3 HCl.
Die Bichlorphenylsäure und die Trichlorphenylsäure sind beidestärkere Sauren als die Phenylsäure.
Bei dem Zusammenkommen von Anilin, C. 2 H r N, mit Chlor
wird ein Theil des ersteren in Trichloranilin, C 12 p,'tN, ver-wandelt, welches die Eigenschaften einer Basis nicht mehr besitzt.Die Gleichung:
C 12 H 7 N -f 6C1 = C ls (H 4 C1 3 )N -f- 3HC1stellt diese Verwandlung dar.
Das Chloranilin C, 2 ?nfN und das Bi chlor an ilin C lä o] 5 (Nsind dagegen schwache Basen.
3. Es kommt nicht selten vor, dass eine organische Verbin-dung bei der Behandlung mit Chlorgas zuerst eine gewisse Mengedavon aufnimmt, ohne dass Wasserstoff austritt, und dass in demhierdurch entstehenden neuen Körper hierauf eine Substitutionvon Wasserstoff durch Chlor stattfindet. Es treten demnach hier-bei die beiden ersten Umwandlungen gleichzeitig ein.
Das aus dem ölbildenden Gas durch Einwirkung von Chlorerhaltene Oel, C 4 H 4 C1 2 , geht bei fortgesetzter Behandlung mit
Chlorgas allmälig in C, pjJCL,, C,p,' 2 !Cl und zuletzt in C, Cl 6
über, worin sämmtlicher Wasserstoff durch Chlor vertreten ist.
4. Bei Gegenwart von Wasser wirkt das Chlor, wie auchauf unorganische Stoffe, häufig oxydirend. Es wird hierbei dasWasser zersetzt, dessen Wasserstoff sich mit Chlor zu Chlorwas-serstoffsäure vereinigt, wahrend der Sauerstoff sich auf die orga-nische Verbindung wirft. Das Bittermandelöl, C, 4 H 6 0 8 ,geht bei der Behandlung mit wässerigem Chlor in Benzoesäure,C l4 H r ,O,, über, welche Zersetzung sich durch die Gleichung:
C^HjO, + 2 HO -f 2C1 = C.EiO, + 2 HCldarstellen lässt.
43. Brom und Jod äussern auf organische Stoffe eine derdes Chlors ähnliche Wirkung, mit dem Unterschied jedoch, dass