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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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43
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Einleitung. 43

Gewöhnlich erhält man hierbei als Endprodukte der OxydationOxalsäure, Ameisensäure, Essigsäure u. s. w.

In anderen Fällen beobachtet man bei der Behandlung orga-nischer Substanzen mit Salpetersäure keine Entwickelung rotherDämpfe, so dass scheinbar keine Einwirkung stattfindet. Aber derorganische Körper erleidet hierbei doch eine Veränderung; ernimmt nämlich die Elemente der Salpetersäure unter Abscheidungvon Wasser auf. Auf jedes Aequivalent wasserfreie Salpetersäure,N0 5 , welches hierbei in die Verbindung eintritt, wird 1 Aeq.Wasser abgeschieden, so dass das Resultat der Umwandlung sicharithmetisch durch NO s HO = NO, H darstellen lässt;die organische Verbindung verliert je 1 Aeq. Wasserstoff undnimmt 1 Aeq. Stickstoff und 4 Aeq. Sauerstoff auf. Man nimmthierbei an, dass obige Gleichung nicht bloss der mathematischeAusdruck des Vorgangs sei, sondern dass in der That, NO1 Aeq. Untersalpetersäure, die Stelle von 1 Aeq. Wasserstoff inder organischen Verbindung einnehme, oder dass Untersalpeter-säure den Wasserstoff substituiren könne. Der Kürzehalber wird in diesen Verbindungen NO, durch X bezeichnet.

Die in dieser Weise erhaltenen Verbindungen führen denNamen Nitroverbindungen; die Anzahl der eingetretenenSalpetersäureatome wird durch die griechischen Zahlwörter be-zeichnet. Die Nitroverbindungen besitzen meistens den Charakterder Verbindung, aus welcher sie entstanden sind; die organischenSäuren liefern Nitroverbindungen von sauren Eigenschaften, dieorganischen Basen solche von basischen Eigenschaften, und dieNitroverbindungen indifferenter Stoffe sind selbst wieder indiffe-renter Natur. Die Nitroverbindungen sind häufig gelb gefärbtund verpuffen beim Erhitzen, besonders bei Gegenwart von etwasKali, wie eine Mischung von Salpeter mit einer organischenSubstanz.

Aehnlich wie die Salpetersäure wirkt eine Mischung von Sal-petersäure mit Schwefelsäure, mit dem Unterschiede jedoch, dassweniger leicht eine Oxydation stattfindet, um so leichter aberNitroverbindungen gebildet werden. Die Anzahl der hierbei inVerbindung tretenden Salpetersäureäquivalente ist gewöhnlichgrösser, als bei Anwendung von reiner Salpetersäure.

Wir wollen die Einwirkung der Salpetersäure an einigen Bei-spielen zeigen:

Das Indigblau, C ls H 5 N0 2 , geht bei der Behandlung mitSalpetersäure unter Aufnahme von Sauerstoff in Is atin, C le H 5 N0 4 ,über.