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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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Einleitung.

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gebildet sich finden den Namen »künstlieh dargestellt«. Indiesem Sinne vermag der Chemiker Mineralien künstlich dar-zustellen, so wie denn auch eine Anzahl der im Pflanzen- undTbierreich sieh findenden Stoffe künstlich dargestellt worden ist.Die Zahl derjenigen Verbindungen, welche wir nach dem früher An-geführten zu den organischen rechnen, obwohl sie nicht in derorganischen Natur gefunden werden, ist ausserordentlich gross,und übertrifft bei Weitem die Anzahl der natürlich vorkommen-den Stoffe.

Die organischen Stoffe lassen sich gewöhnlich in der Weiseverwandeln, dass man einen Stoff von höherem Aequivalent nimmtund durch Behandlung mit Eeagentien andere Verbindungen vonniedrigerem Aequivalent aus ihm darstellt. Hierbei wird das Ea-dical entweder aus einer Verbindung in eine andere übergeführt,oder das Eadical selbst erleidet eine Veränderung. Die gepaartenEadicale theilen sich olt in zwei oder mehrere andere, einfächere,von welchen jedes natürlich eine geringere Anzahl von Kohlen-Btoffäquivalenten enthält, als das gepaarte Eadical. Primäre Ea-dicale werden in ihren Verbindungen durch die Einwirkung ver-schiedener Stoffe in abgeleitete Eadicale verwandelt, oder sie wer-den zerstört, und unter Austritt eines Theils der Elemente inVerbindungen einfacher zusammengesetzter Eadicale verwandelt.Der allgemeinere Fall der chemischen Einwirkung ist also der,dass die Anzahl der Kohlenstoffäquivalente in einer Verbindungungeändert bleibt, oder dass sie abnimmt. Doch gelingt es auchin manchen Fällen, den Kohlenstoffgehalt zu erhöhen und voneinem niedrigeren Glied zu einem höheren aufzusteigen. So kannman aus den Verbindungen des Eadicals Methyl (C HJ Verbin-dungen des Eadikals Acetyl (C, H 3 ) darstellen, aus einer Acetyl-verbindung und einer Cyanverbindung (C 2 N) hat man Milchsäure(C ls ,H ]: ,O l2 ) erhalten. Viele organische Stoffe erhöhen ihr Aequi-valent dadurch, dass mehrere Aequivalente desselben Stoffeszu einem Aequivalent zusammentreten; dies geschieht häufigohne bemerkbare Einwirkung eines anderen Körpers, namentlichbei Einwirkung der Wärme. Der Aldehyd, C 4 H 4 0 2 , verwandeltsich beim Stehen in verschlossenen Gefässen in Metaldehyd (C 12H 12 0 6 ) = 3(C 4 H 4 O ä ), indem 3 Aeq. Aldehyd sich zu einem Aequi-valent Metaldehyd verdichten. Das Amylen, C 10 H, 0 , verwandeltsich in der Wärme zum Theil in Paramylen, C 20 H 20 =2(C 10 H 16 )und Metamylen, C 40 H 40 = 4(C l0 H 10 ).

Aus rein unorganischen Stoffen organische zu erzeugen, istnur in einigen Fällen gelungen. So entsteht Cyan aus Kohle'Strecker, organ. Chemie. 4