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Einleitung.
und Stickstoff, aus Cyanmetallen kann man leicht Ameisensäuredarstellen; das Cyan selbst liefert Harnstoff, Oxalsäure und vieleandere organische Stoffe.
Aus Schwefelkohlenstoff kann man Methylverbindungen dar-stellen. und aus diesen, wie oben angeführt, Acetylverbindungenu. s. w. erzeugen. So weit man weiss, lassen sich nur die ein-fachsten organischen Stoffe, welche 2 Aeq. Kohlenstoff ent-halten , unmittelbar aus unorganischen Stoffen hervorbringen,aus diesen aber wieder viele höher zusammengesetzte.
Allgemeine chemische Eigenschaften derorganischen Stoffe.
40. Wenn man die organischen Verbindungen chemischenEinwirkungen aussetzt, so verhalten sie sich nicht in der Weisewie die in ihnen enthaltenen Elemente für sich, oder eine Mi-schung der Elemente sich unter denselben Umständen verhaltenwürde, sondern das organische Kadical bildet zunächst als Gan-zes den Angriffspunkt für die chemische Einwirkung. Währendz. B. der Sauerstoff grössere Verwandtschaft zu dem Kohlenstoffoder Wasserstoff haben kann, als zu dem organischen Radical,so widersetzt sich doch das einmal gebildete Kadical der Verbin-dung des Sauerstoffs mit den Elementen; verstärkt sicli die Ver-wandtschaft des Sauerstoffs zu den Elementen, so entzieht erhäufig einen Theil des Wasserstoffs dem organischen Radical,wodurch ein neues inniger verbundenes Kadical entsteht, welchesunter den gegebenen Umständen der zersetzenden Einwirkungdes Sauerstoffs zu widerstehen vermag.
Wir finden in der unorganischen Chemie viele ähnliche Er-scheinungen. Die Verwandtschaft des Chlors zum Kalium ist grös-ser als die des Chlors zum Sauerstoff; aber durch die Verwandt-schaft der Säure zur Basis wird doch die Entstehung des un-terehlorigsauren Kalis ermöglicht. Erhöht man die Temperatur,so wird die Verwandtschaft des Chlors zu Kalium verstärkt, einTheil des Chlors in dem unterchlorigsauren Kali tritt in Ver-bindung mit Kalium, und in Folge davon entsteht Chlorsäure,welche sich mit Kali verbindet:
3(KO.C10) = (KO. CIO.,) + 2KC1.
Wird das chlorsaure Kali erhitzt, so tritt wieder ein Theildes Chlors in Verbindung mit Kalium, während der l'reiwerdendeSauerstoff Ueberchlorsäure bildet:
4(KO.C10 5 ) = 3(KO.C10 r ) + KCl.