1504
Berichtigungen und Ergänzungen.
„Die Mehrzahl (der Fabriken) bringt aber eine Waare auf den Markt, die zwar wohl-schmeckend ist, aber keineswegs dem Ausdruck Obstmus entspricht. Diese Waare wird ausObsttrestern jeder Art bereitet, denen man häufig noch absichtlich Himbeer- und Johannis-beerkerne zusetzt, die man zum grossen Theile aus Nordamerika (Kalifornien) in mehr oderweniger getrocknetem Zustande bezieht. Meistens sind es Aepfeltrester von der Dörrobst-oder Obstweinbereitung, denen man in verkochtem Zustande etwas Fruchtsaft zusetzt (10 bis20 %), am schliesslich mit 60—70 % Kapillärsyrup auszufüllen. Jene Trester, besonders dieamerikanischen, sind durchaus nicht einwandsfreier Herkunft und mindestens unappetitlich.... So zeigen sich diese, von vorsichtigen Leuten „gemischte Friichtemarmelade" genanntenPräparate als höchst zweifelhafte Erzeugnisse, denen die Nahrungsmittelpolizei nähertreten sollte."
S. 970, Zusatz zu Frucbtsyrupeu. A. Beythien untersuchte (I.e.) eine Eeihe Him-beer-, ferner einige Erdbeer- und Johannisbeersyrupe und fand für Himbeersyrup:
Znsatzvou
Preis
für 1 kg
M.
Spec.
Gewicht
der Lösung
1 + 2
Extrakt
Säure =
Aepfelsäure
%
Asche
%
Polarisation der Lösung 1:10im 200 mm-Kohr
Kapillär-syrup
direkt
nachluv ersion
OhneMit
0,76—1,200,88—1,30
1,0779—1,1038
1,0800—1,1429
52,99 — 74,5061,48 — 80,20
0,27—1,050,14-0,67
0,110—0,2800,070—0,300
— 0°8' bis
+ 7°4'
+ 1°44' bis
+ 18°29'
— 2° 48' bis
—1°36'
— l^Müs+ 16°49'
E. Spaeth fordert (vergl. S. 970) für Himbeersyrup mindestens 1,30% zuckerfreienExtrakt, mindestens 0,20% Asche und eine Alkalität der Asche, die für 100 g Syrup2 com Normalsäure entspricht. A. Beythien bestätigt die Kichtigkeit dieser Forderung;er untersuchte 70 gefälschte, d.h. mit Wasser (4—185% vom Rohsaftl versetze Him-beersyrupe und fand darin 0,080—0,227 % Asche mit einem Verbrauch von nur 0,70—1,93 cemNormalsäure. Das Wasser pflegt als Nachpresse (Versetzen des Pressrückstandes mitWasser und nochmaliges Pressen) zugesetzt zu werden.
Für selbst hergestellten Erdbeer- und Johannisbeersaft (bezw. -syrup) giebtA. Beythien folgende Zahlen im Mittel je zweier Proben für 100 cem Saft:
Saft von:
Spec.Gewicht
Extrakt
Säure =Aepfel-
Asche
Alkalität
cemN Säure
Phosphor-
frisch + 15% Alkohol
gegohren') ....
frisch +15% Alkohol
gegohren') ...
Rothen ( frisch + 15% Alkohol
Johannisbeeren ( gegohren ') .
Gartenerdbeeren"Walderdbeeren
1,09401,02641,0268
7,783,539,466,218,635,19
1,121,38
1,881,952,76
2,77
0,4080,4890,6800,6420,5990,589
5,366,13
8,148.295,616,60
0,0310,0390,0850.0960,0360,038
Hiernach müsste, wie A. Beythien berechnet, ein Syrup, der aus 35 Thln. Kohsaftund 65 Thln. Zucker hergestellt wird, in 100 cem enthalten:
Gartenerdbeersyrup 0,47 g Aepfelsäure, 0,16 g Asche mit 2,12 cem Alkalität u. 0,013 g PhosphorsäureJohannisbeersyrup 0,78 g „ 0,18 g „ „ 2,02 cem „ „ 0,013 g „
') So weit vergohren, bis im Eiltrat auf Zusatz von Alkohol keine Trübung mehr entstand.