1012
D : c pflauÄlicbSTi Nahrangs und Genussmittel.
malige, grössere Gaben z. B. von 10 g bewirken Erbrei hen, ohne aber dauernde Schädigungenzu hinterlassen. Auch Stahl 1 ) und 11 Kobert 8 ) halten das Dulcin, in den Fällen, indenen es praktisch verwendet wird und verwendet werden kann, für unschädlich.
(j. Treupel") dagegen hat gefunden, dass wirksame Anilin- and p - Amidophenol-abkömmlinge im Körper p Amidophenol bezw. Acidylamidophenol bilden, zwei fieberheilende(antipyretische) Verbindungen, die als Blutgifte wirken, indem sie unter anderem eine starkeMethämoglobinbildung verursachen. Dulcin spaltet aber naeb Treupel unter Umständen(bald mehr bald weniger) mi Körper ebenfalls Amidophenol bezw. Acidylamidophenol abund erklärt sieh hieraus, dass dasselbe unter Umständen giftig wirken kann.
»V. (xtticht. Der Ausgangspunkl dieses Süssstoffes ist nach E. Noelting undF. Wegelin 4 ) das Chrysoi'dinchlorhydrat (Diamidoazobenzol C,,H, • N : N • C 6 H 3 • (NH 2 ),.)und Benzaldehyd ((.',. Hj-CHOj: dieselben werden in Methylalkohol gelöst, unter Zusatz vonkonc. Salzsäure gekocht und die Flüssigkeit nach dem Kochen in kaltes Wasser gegossen.Hierbei scheidet sieb eine harzige Masse, ab, während das Chlorhydrat des Triazins in Lösungbt; erstere « ird ahfiltrirt und in dein Piltratuach Entfärben.mitThierkohle die Base (C^H^NJ
mit Ammoniak gefällt; sie kann weiter durch go H__CH __N__N
I 'i n-führen in das schwer lösliche Sulfat ge- i ^^^C ä H,— NH 2
i werden. Lös1 man das Triazin in rauchen-der Schwefel säure, so erhält man ein Gemenge C 0 H. (von Sulfosäuren der Base (wahrscheinlich Di- und Trisulfosäuren), deren Alkalisalzeausseroi'dentlieh süss schmecken.']
Der süsse Geschmack wird durch die Amido- wie auch Sulfogmppe bedingt; denn wenndie Amidogruppe durch Jod ersetzt wird, so bleibt der süsse Geschmack; ebenso zeigte es sieh,dass bei Anwesenheit von nur einer Sulfogmppe der Geschmack bereits entwickelt ist. Sowurden aus sulfouirten Chryso'idinen :i isomere Triazinmonosulfosäuren dargestellt, welchealle drei den süssen Geschmack zeigen: besonders int dieser den leicht lösliehen Alkali-salzen eigen.
Das Glucin des Handels, das NTatriumsalz der !>i- bezw. Trisulfosäuren des Triazins,• lüdet ein hellbräunliches Pulver, welches in heissem Wasser leicht löslich ist. Aus derwässerigen Lösung scheiden andere Saurer; (verd. Salzsäure) ein Gemisch der Sulfosäuren ab.!•) Aether und Chloroform ist es unlöslich; über 250° erhitzt, zersetzt es sich — auch imVakuum —, ohne zu schmelzen. Die 3üsskraft soll 300-mal grösser als die des Rohr-zu< kers si in.
Heber die physiologischen Wirkungen des Glucins sind bis jetzt keine Versuche bc-kannt geworden.
i?ezüglich der Anwendung des Glucins wie Dulcins gilt dasselbe, was S. 1010 vom Sac-■ harin gesagt ist.
Gewürze.
Unter „Gewürze" im weiteren Sinne verstehen wir alle diejenigen Stoffe, welche
Geschmacks-, Geruchs- und Gesichtssinn hei Zubereitung unserer Speisen in
stärkerem Grade zu erregen im Stande sind. Insofern gehören Kochsalz, Zucker,
Säuren und Bitterstoffe, ferner alle bei der Zubereitung der Speisen, durch Braten,
') Berichte d. deutschen pharm. Gesellschaft 1893, 3, 141.
■> Pharm. Zeitschr. + . Russland 1895, 34. 405.
.') Münehener medic. Wocheuschi 1897, 44, 12.
') Berichte d. deutschen ehern, Gesellschaft 1897, SO, 251)5.
*) l)-is Triazin liefert ausserdem Azofarbstoffe, welche wegen der vorhandenen Sulfogruppe in
-sei iostich sind und mit Salicylsäure den Farbstoff „Chromechtgelb" abgeben.