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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Berichtigungen und Ergänzungen.

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Durch die Verschiedenheit der Kerne wie der Anordnung und Menge derselben imProtei'nkörper ist die Verschiedenheit der Proteinstoffe bedingt. Das Protein als solchesist keine chemische Verbindung im gebräuchlichen Sinne des Wortes, sondern eine mit rechtverwickelten Punktionen ausgestattete Vereinigung einfacherer Komplexe, bei welcher nichtimmer alle Affinitäten aligesättigt sind und manchmal eine zweckmässige Beziehungzwischen den Mengenverhältnissen der einzelnen Bestandteile fehlt 1 ).

Durch Anlagerung einer Monoaminosäure und einer noch unbekannten Substanz anArginin als den wesentlichsten Bestandteil der Protamine lassen sich die Protone, dieeinfachsten biuretgebenden Komplexe, daraus weiter die Protamine und durch weitere. An-lagerungen von Monaminoverbindungen und sonstigen Kernen die Proteine entstehend denken

(vergl. S. 19).

Hofmeister nimmt in den Protei'nstoffen eine Bindungsweise =CH-NH-CO an,während Kossei in ähnlicher Weise in den Protaminen eine Atomgruppirung von -:=C *NH-CO für wahrscheinlich hält; denn bei der Hydrolyse des Protamins in Arginin undAminovaleriansäure vermindert sich die Alkalität der Lösung, welche Verminderung sichdurch einen mit Wasseraufnahme verbundenen Zerfall der Atomgruppe >:C «NH CO +H,0in 32C NH 2 + COOH erklären lässt (vergl. S. 18). Grimaux hat durch Erhitzen vonAminosäuren mit Harnstoff, Curtius durch Kondensation von Glycinäthylester, ebenso durchAnlagerung von Glycin an Hippursäure Erzeugnisse erhalten, welche die Biuretreaktiongaben. Diese Kondensationen vollziehen sich nach E. Fischer nach dem Typus:

NH.,. CH CO NH CH CO" I I

und lassen sich mit Hülfe von Glycylgluein NH 2 CH 2 CO - NH CH 2 CO nachE. Fischer 2 ) hochmolekulare Körper, Polypeptide, synthetisiren. Er erhielt durchVerkuppelung der Aminosäuren nach Art der Säureamide den Karbäthoxyldiglycylleucinestervon dem Sy stem C 2 H 6 0 C NH CH 2 CO NH CH 2 CO NH CH (C 4 H 9 ) C0 C 2 H 5 .Ein weiterer Anbau von Aminosäureestern scheiterte indess an der mangelnden Konden-sationsneigung dieser Ester; es gelang aber auf andere Weise. Während gewöhnlicheAminosäuren auf keine Weise in die entsprechenden Säurechloride verwandelt werdenkönnen, gelingt dieses nach Einführung der Karbäthoxylgruppe (CO OR) sehr leicht,wie z. B. beim Karbäthoxylglucin (CH 2 NH 2 ) CO 0 CO -OK) mittels Thionylchlonds (S0C1 2 );die erhaltenen Chloride reagiren schon bei gewöhnlicher Temperatur mit Aminosäuren unterBildung verwickelt zusammengesetzter Systeme, auf die sich dasselbe Verfahren von neuemmit Erfolg anwenden lässt. Auf diese Weise ist es E. Fischer gelungen, vom Karbäth-oxylglycylghicin ausgehend zu dem Karbäthoxyltriglycylglncinester C 2 H B 0 C-NH CH 2 »CO NH CH, CO NH CH B CO NH - CH 2 C0 2 C 2 H 6 zu gelangen , in welchem 4 Glucm-moleküle anhydridartig verkuppelt sind. Auf diese Weise hofft E. Fischer, indem er auchDiamino- und Dioxyaminosäuren heranzieht, Erzeugnisse zu erhalten, die mit den naturliehenPeptonen schon einige Aehnlichkeit besitzen. Vorläufig bildet zwar das Karbäthoxyl nocheine fremde Gruppe in den Molekülen dieser Verbindungen und lässt sich bis jetzt ohne tief-greifende Zersetzung des ganzen Moleküls nicht abspalten, aber hoffentlich wird es dembekannten Geschick und Forschergeist E. Fischer's gelingen, wie in die Konstitution derKohlenhydrate so auch in die viel verwickeitere der Protemstoffe Licht zu bringen (Zusatzzu S. 21 und 22).

S. 25, Zeile 15 von unten: Gerinnungstemperatur statt Gewinnungstemperatur.

S. 73, Zeile 14 von oben: Skatolamidoessigsäure statt Skaltoamidoessigsäure.

') Von A. Kossei in Paris gehaltener Vortrag in Bull. Soc. Chim. Paris 1903 [3], 29, Sonder-heft 1; vergl. fhem. Centralbl. 1903, II, 672. .

) Nach Sitzungsber. d. Kgl. Prcuss. Akad. d. Wissenschaften in Berlin 1903, 387 m Ihem. Cen-tralbl. 1903, I. '.303.

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