Luft.
1437
Baum
Am 22. Oktobernachmittags 3 Uhr:
Kaum
Am 23. Oktoberabends 8 Uhr:
Tem-peratur0°
Vol. Kohlen-säurein 1000 Luft
Tem-peraturC»
Vol. Kohlen-säurein 1000 Luft
KelUrboden ....
14,0
30,49
13,0
3,06
Parterrezimmer . .
15,8
1,63
Geheiztes Zimmer zu ebener
Zimmer im 1. Stock .
14.4
1,08
Erde......
22,4
1,88
desgl. im 1. Stock . . .
22,8
1,48
Die Zimmer waren nicht bewohnt, und wenn dennoch die Kohlensäure in denselbenum das 4—5-faehe grösser war, als für gewöhnlich in der reinen Luft, so konnte dieser Mehr-gehalt nur von der im Keller entwickelten und aufgestiegenen Kohlensäure herrühren.
Bickel und Herrligkofer fanden 1 ) in Gährkellern in Kopfhöhe 5,0—147,3%,, über denGährbottichen 58,9 — 799,4°/ M Kohlensäure; durchschnittlich betrug der Gehalt 15 — 20%,und sind Untersucher der Ansicht, dass diese Mengen ohne nachtheiligen Einfluss auf denMensehen bleiben (vergl. S. 1434).
Nach F. Cloves") erlöschen Flammen von Kerzen, Oel, Paraffin und Alkohol bei einemKohlensäuregell alt der Luft von 13 — 16%, eine Leuchtgasflamme bei einem solchen von33°/o, eine Wasserstoffflamme dagegen erst bei einem solchen von 58%, ein Verhalten,welches für die Sicherheitslampen in Bergwerken Beachtung verdient.
e) Verunreinigung der Luft durch künstliche Beleuchtung in den Wohn-räumen. Durch die Beleu eh tu ngs Stoffe werdeu der Luft unserer Wohnungen mehroder weniger Gase zugeführt, welche dieselbe zu verunreinigen und zu verderben im Standesind. Es sind dieses in erster Linie Kohlensäure und Erzeugnisse der unvollkommenenVerbrennung, Kohlenwasserstoffe, Kohlenoxyd, von welchem letzteren im Leuchtgaseseihst bis zu 20% gefunden sind. Nach Eulen berg sind die Vergiftungen mit Leuchtgasvorwiegend dem Gehalt desselben an Kohlenoxyd zuzuschreiben. Häufig auch kommt esvor, dass ein Leuchtgas „Schwefelwasserstoff- oder Schwefelkohlenstoff-Verbindungen"enthält, die Veranlassung zur Bildung von „schwefliger Säure" geben.
Im „Petroleum" des Handels sind mitunter kleine Mengen (bis zu 2,2%) Schwefel-säure gefunden, die bei der Reinigung des rohen Petroleums verwendet, aber nicht immerwieder vollständig entfernt werden. Ein damit verunreinigtes Petroleum brennt trübe undentwickelt beim Brennen schädliche Dämpfe, welche Augenentzündungen und katarrhähnlicheErscheinungen hervorrufen.
Fast regelmässig treten beim Verbrennen der Beleuchtungsstoffe salpetrige Säurebezw. Untersalpetersäure auf; so werden beim Verbrennen von 1 g Stearinkerze bis zu0,3 mg salpetrige Säure gebildet; 1 1 Leuchtgas liefert beim Verbrennen nach A. v. Bibra")0,068 — 0,245 mg salpetrige Säure; Geelinuyden 4 ) fand in 100 1 Luft eines Raumes beiBeleuchtung mit verschiedenen Leuchtgasflammen 0,22—0,40 mg salpetrige Säure; 1 1 Ver-brennungsgase bestanden aus 0,74 1 Wasserdampf, 0,26 1 Kohlensäure mit 1,04 mg schwef-liger Säure.
Das hauptsächlichste luftveranreinigende Gas ist indess die Kohlensäure nebenWasserdampf. In der Erzeugung dieser beiden Stoffe, ferner auch in der von Wärme ver-
') Zeitschrift f. Untersuchung d. Nahrung- und (ienussmittel 1901, 4, 1044.
*) Chem.-Ztg. 1894, 18, 1352.
a ) Zeitschr. f. angew. Chemie 1891, 622.
*) Archiv f. Hygiene 1895, 22, 102.