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Luft.
d) Verunreinigung der Imft durch Bodenluft. v. Pettenkofer hat daraufhingewiesen, dass die Bodenluft um so unreiner und um so reicher an Kohlen-säure (umso ärmer an Sauerstoff) ist, je mehr der Boden mit organischenSubstanzen durchdrungen und verunreinigt ist
Er fand 1 ) z. B. im Alpenkalkgeröllbo'den von München in 4 m Tiefe 1000 Vol. Boden-luft Kohlensäure:
Januar—Märe April—Mai Juni — September
1871 ..... S,91 Vol.- 0 /«, 5,54 Vol.- 0 /« 12,74 Voh-%,
1872 ..... 5,74 „ 12,76 „ 21,04 ,.
In derselben Weise giebt H. Fleck für 2 Stellen in Dresden in 1000 Vol. LuftVol. Kohlensäure bezw. Sauerstoff an:
Zeit
Botanischer Garten:
Sauerstoff Kohlensäure2 m tief 4 m tief 2 m rief 4 m tief
Rech! es Eibufer;(Sandiger Waldboden)
Kohlensaure2 m lief 4 m tief
Januar—April .Juni — September .Okt.—Nov. . . .
189162,5
186 — 197
173162,5156 -167
5,2—20,228,9—48,222,1—29,1
15,7 — 28,5 (Mai)3,92
40 —55,6 5,32-8,5043,2 — 51.6 2,28—4.00
3,90
4.94 — 7,11
2,45 — 3,66
Ferner ergab Bodenluft aus kompaktem Wüstensand (Farafreh) nach v. Pettenkoferund Zittel in % m Tiefe 0,793 und die aus 1 m Bodentiefe eines Palmengartens ebendort3,152 Vol. Kohlensäure in 1000 Vol. Bodenluft.
Nach diesen und vielen sonstigen Untersuchungen ist die Bodenluft in dem mit organi-schen Stoffen durchtränkten Boden kohlensäurereicher, als im reinen mineralischen Boden; derKohlensäuregehalt ist in der wärmeren Jahreszeit grösser als in der kälteren und derSauerstoffgehalt entsprechend geringer. Nach v. Pettenkofer wird die durch Oxydationder organischen Substanz sieh bildende Kohlensäure mehr von der Bodenluft als vom Grund-wasser aufgenommen und fortgeführt.
Dieses wird durch Versuche von J. Treumann" bestätigt, der in der Bodenluftausserhalb eines Hauses in 1 m Tiefe 1,27—3,86 %o Kohlensäure und 19,60—20,3% Sauer-stoff, dagegen unter dem cementierten. also wenig Luftzug gestattenden Kellerfussbodenin 1 in-f (1,14m Sohlen-) Tiefe 11,56—14,977, 0 Kohlensäure und 18,76 -19,43% Sauerstoff fand.
Die Bodenluft steht aber in fortwählender Wechselbeziehung zur atmosphäri-schen Luft und zu der unserer Wohnungen. Ist die Temperatur der Luft und derWohnungen, wie es meistens der Fall ist, hoher als die der Bodenluft, so haben wir einenaufsteigenden Luftstroui, in Folge dessen an einer Stelle die Bodenluft in die Höhe steigt,um an anderen und kälteren Stellen durch neue Luft ersetzt zu werden, so dass ein fort-währender Austausch zwischen atmosphärischer und Bodenluft stattfindet. Auch jederWindstoss bewirkt eine Bewegung der Bodenluft.
J. Förster untersuchte in einem Hause, in dessen Kellerräumen Most zum (jährenaufgestellt war, die Luft im Keller und in den darüber g-elegenen Zimmern auf ihren Kohlen-säuregthalt mit folgendem Ergebniss: Die Kellerluft hatte z. B. am 22. Oktober früh 9 Uhran dem Boden 43,02, an der Decke 16,12 Vol.- 0 /« Kohlensäure; ferner wurden gefunden.
') Zeitschr. f. Biologie 1875, 11, 392.') Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahruug-
Genussmittel 190i, 4. 1043.