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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Mt.

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Hiernach würde die Riechkraft eines Stoffes mit dem Molekulargewicht stetig zunehmen,

Die Empfindlichkeit des Geruchssinnes eines Menschen für diese und andere Stoffe istnaturgemäss je nach der Individualität verschieden und schwankt auch bei denselben Personenvon einem Tage zum anderen.

Die Pflanzen sind gegen manche Gase vorstehender Art noch empfindlicher als dieThiere bezw. Menschen. So haben sich bei länger fortdauernder Einwirkung selbst so ge-ringe Mengen wie 0,01 7» schweflige Säure als schädlich für die Pflanzen erwiesen 1 ).

Die Grösse der Rauchgasbelästigung richtet sich nicht immer nach dem Umfangder Raucherzeugung, sondern wesentlich nach örtlichen und klimatischen Verhältnissen; sieist z. B. in Berlin geringer als in Hannover, Dresden, Leipzig und anderen Städten. Dievielfachen Bestrebungen, durch Verbesserung der Feuerungsanlagen etc. die Rauchhelästigungeneinzuschränken, sind bis jetzt nur von einem beschränkten Erfolg gewesen.

C) Verunreinigung der Luft durch Abortgruben. Zu den vielerorts auftreten-den Verunreinigungen der Luft gehören die Ausdünstungen von Aborten. Wenngleich diehieraus entwickelten Gase, Kohlensäure, Ammoniak, Schwefelwasserstoff undKohlenwasserstoffe (CH 4 ?) etc. dieselben sind, wie vielfach die vorhin erwähntenIndustriegase, so mögen sie doch wegen der Häufigkeit des Auftretens besonders erwähntsein. Fr. Erism ann 2 ) hat die Menge dieser Gase zu ermitteln gesucht und gefunden, dass135 g Exkremente (Koth zu Harn wie 1 : 3) oder eine Abtrittgrube, die 18 cbm Exkrementeenthielt, bei massigem Luftwechsel folgende Gasmengen in 24 Stunden an die Luft abgeben:

135 gExkrementeKohlensäure .... 0.0830 g

Ammoniak .....0,0153

Schwefelwasserstoff . . 0,00025 ..Kohlenwasserstoff (CHJ 0,0564 ,.Im Ganzen.....0,15515 .,

Abtrittgruben mit 18 ebmExkrementen

11,114 kg = 5666,6 1 = 5,67 cbm

2,040 = 2673,7 = 2,67

0,033 = 21,7 n = 0,02

7,464 = 10430,7 = 10,43

20,681 ., = 18792,7 = 18,79

Unter Entwiekelung dieser Gase findet eine lebhafte Sauerstoffabsorption statt. Die135 g Exkremente absorbirten in 24 Stunden 0,1036 g Sauerstoff, was für die Exkrement-masse von 18 cbm täglich 13,85 kg Sauerstoff ausmacht.

Fr. Erism ann hat ferner untersucht, wie sich die Fäulniss in deu Abortgrnben bei Zu-satz von verschiedenen Desinfektionsmitteln verhält.

Die stärkste Wirkung- übt Sublimat aus; bei diesem wird die Sauerstoffaufnahme ammeisten herabgesetzt; es v, ird durch dasselbe, ebenso wie durch Schwefelsäure und Eisen-vitriol das organische Leben zerstört, und damit der Hauptgrund zur Sauerstoff auf nähmebeseitigt; die vor der Desinfieirung auftretenden Gase verschwinden entweder ganz oder zumgrossen Theil.

Karbolsäure und Kalk haben für Kohlensäure, Schwefelwasserstoff und Kohlen-wasserstoff eine ähnliche Wirkung, nur entwickelt Kalkmilch naturgemäss eine grosse MengeAmmoniak.

Gartenerde und Kohle zeigen ein von vorstehenden Desinfektionsmitteln ganz ver-schiedenes Verhalten. Ihre Wirkung als Desinfektionsmittel scheint unter Absorption vonAmmoniak. Schwefelwasserstoff und Kohlenwasserstoff auf eine erhöhte Sauerstoffzufuhrund damit auf eine vermehrte Oxydation unter Bildung von mehr Kohlensäure zurückgeführtwerden zu müssen.

Eine stark desinficirende Wirkung besitzt auch die Torf streu, die sofort jeden üblenGeruch beseitigt.

') Vergl. E. Haselhoff und G. Lindau, Die Beschädigung der Vegetation durch Rauch1903, 144.

3 ) Zaitschr. f. Biologie 1875, 11, 207.