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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Luft.

Sahara vorkommt und durch den Sirocco von dort bis zu den Alpen getragen wird. Einauf Sicilien am 8.11 März 1871 gefallener Sandregen enthielt nach 0. Silvestri 3,8 gmeteorischen Staub in 1 1 Regen wasser und bestand aus:

13,19% organ. Stoffen, 75,08% Thon + Saud + Eisenoxyd, 11,65% Calciumkarbonat.

Wenn somit specifisch schwere mineralische Bestandteile eine weite Verbreitung durchden Wind erfahren können, so ist dieses für die winzigen und leichten Mikrophytenkeimeerst recht der Fall. Nach Versuchen von C. Flügge',), C. v. Nägeli, Id. Buchner undMitarbeitern 8 ) werden zwar durch Verdunsten von Flüssigkeiten oder von der unberührtenOberfläche einer Flüssigkeit, ebenso wenig wie von feuchtem Boden oder von feuchtenKleidungsstoffen, selbst nichi hei Luflgescb.windigkeiten bis zu 60 m in der Sekunde, irgend-welche Keime abgelöst und fortgetragen; anders aber ist es, wenn die Flüssigkeit durchmechanische Bewegungen verspritzt oder eintrocknet. Feinste, keimhaltige Tröpfchen(Prodigiosus-Aufschwemmung) Können schon durch eine Luftgeschwindigkeit von etwa 0,1 mmin der Sekunde fortgetragen werden und für die Forttragung feinster trockner Stäubchenvon Pilzkeimen genügten folgende Endgeschwindigkeiten in der Sekunde:

Bierliefe Rosahefe Prodigioeus-Theilchen

Lufigeschwindigkeit ... 1,8 mm 1,3 mm 0,1 mm.

Dabei erhielten sich die Bakterienstäubchen in ruhiger Zimmerluft länger als 4 Stundenin der Schwebe.

Hiernach wird man der Verbreitung von Infektionskeimen durch die Luft volleRechnung tragen müssen, da zur Bildung von trocknem, kernhaltigem Staub als auch zurVerspritzung feinster keim haltiger Flüssigkeitströpfchen in der verschiedensten Weise reich-lich Gelegenheit geboten ist. Auch fehlt es nicht an vielen Beispielen von derartigen Luft-infektionen.

Von hoher gesundheitlicher Bedeutung ist auch der in industriellen Betriebenkünstlich entstehende Staub. Über derartige Staubmengen bei vollem Bitriebe geben Hesseund C. Arens") für 1 cbm folgende Zahlen an:

Hesse

Arens

Wohn-(Kinder-) Zimmer .Bildhauerei (halb im Freien)

Kohlengrube.....

Papierfabrik.....

Mahlmnhle ......

Eisengiesserei .....

Filzschuhfabrik ....

mg inin obm

1,6

1.

8,7

2.

14,3

3.

23,9

4.

47,0

5.

71,7

6.

175,0

7.

8.

9.

mg in Der Mensch atmet ein:1 cbm mt; im Tage g im Jahr

Laboratorium .

Schulzimmer . .

Rosshaar^pmnerei .

Sägewerk

Kunstwollfabrik .

Mahlmühle .

Eisengiesserei .

Schnupftäbakfabrik

Cementfabrik .

v. Gorup fand in der Lunge eines Arbeiters einer Ultrarnarmfabrik, der nicht demStaube des Ultramarins. sondern der zu seiner Bereitung dienenden Mischung ausgesetzt war,19,91 g Thonerde, Sand und Kieselerde in 1000 g Lunge und nach Behandlung der Lungemit Salpetersäure einen schwarzen Körper, der sich wie Kohle verhielt.

Es können daher durch den künstlich erzeugten Staub aller Art recht erhebliche Mengenin die Lungen dringen und ist es selbstverständlich, dass hierdurch dem Auftreten vonLungenkrankheiten Vorschub geleistet wird; auch hat H. Wegmann 1 ) nachgewiesen, dass

1.4

5,6

8,0

2,4

10,0

50,0

1 5,0

16.0

90,0

27,0

7,0-20,0

100,0

30,0

25.0

125,0

37,5

28,0

140,0

42,0

72,0

360,0

108.0

224,0

1120,0

336 0

') Zeitschr. f. Hygiene 1897, 25, 179.

') Archiv f. Hygiene 1899, 36, 235.

") Archiv f. Hygiene 1894, 21, 325.

*) Archiv f.* Hygiene 1894, 21, 359.