Luft.
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schädlich werden können '). Das Ozon bildet sich aus dem Sauerstoff der Lufl vorwiegenddurch elektrische Entladungen; der Gehalt der Luft au Ozon ist dementsprechendgrossen Schwankungen unterworfen; er ist am grössten zur Zeit von Gewittern. Derwohlthätige Einfluss, den letztere auf die Reinigung der Luft haben, beruht vielleichtzum Theil mit auf der Bildung des Ozons, welches durch seine oxydirende Wirkunglästige Dünste und Gase zerstört.
H. Houzeau giebt an, dass die Menge des Ozons auf dem Lande 2 m überdem Boden im Maximum '/j ooaoo des Volumens der Luft beträgt und mit der Höheüber der Erdoberfläche zunimmt. In Uebereinstimmung hiermit giebt de Thierry 2 )den Ozongehalt für 100 cbm Luft wie folgt an:
Montsouris (Paris, Ebene) Montblanc (1050 ra hoch) Grand Mulets (3020 m hoch)
Ozon . . 2,3—2,4 mg 3,5 — 3,9 mg 9,0 mg.
H. Möhl und Th. Dietrich fanden den Ozongehalt der Luft in der Stadt undauf dem Lande gemessen mit dem Jodkalium-Stärkekleister-Papier nach Schönbein'sSkala im Jahresmittel wie folgt:
Stadt Land
2,3 6,9
Der Ozongehalt in der vegetationslosen libyschen Wüste ist nach Zittel grösser,als in den bewohnten, mit Vegetation versehenen Oasen und im Nilthal; so fand ernach der Scbönbein'schen Ozonskala in der libyschen Wüste einen Ozongehalt von7,3, dagegen um dieselbe Zeit in den Oasen nur 4,8 im Mittel.
Auch pflegt aus demselben Grunde die Luft im staubreichen Sommer ozonärmer— trotzdem die elektrischen Entladungen dann grösser sind — als im Winter zu seinund enthält nach Ebermayer die Luft im Walde weniger Ozon als im Freien.
e) Wasserstoff Sit perO'JCyd. Dasselbe entsteht in der Luft wie Ozon oderdurch Umsetzung des Wassers mit letzterem nach der Gleichung ILO ~j- O g —H 2 0 2 -f~ Ojj. Ilosvay de N. Ilosva 3 ) behauptet zwar, dass in der atmosphärischenLuft und deren Niederschlägen weder Ozon noch Wasserstoffsuperoxyd vorkomme,dasB vielmehr die Reaktionen, aus welchen mau auf die Anwesenheit dieser beidenKörper in der Luft geschlossen habe, von der in der Luft vorhandenen salpetrigenSäure herrühren. Em. Schöne'') hat diese Behauptung aber widerlegt (vergl. S 1379).
f) Salpetersäure, Die Salpetersäure (und vielleicht auch salpetrige Säure)in der Luft wird, wenn mau von den geringen Mengen derselben in den Rauchgasen
') E. Chappuis hat die oxydirende Wirkung des Ozons auf Keime und Sporen der Luft direktin der Weise nachgewiesen, das.- er auf den auf Baümwollepfröpfchen gesammelten Luftstaub ozonirteLuft einwirken Hess and den Luftstaub dann mit flüssiger Hefekultur zusammen brachte Es zeigte sichkeine Veränderung in der Bierhefe, während darin durch Luftstaub, dei keine: ozonisirten Luft aus-gesetzt war eine, Trübung hervorgerufen wurde.
Aus den: Grunde wird sogar dem durch die elektrischen Funken hei städtischen elektrischenStrassenbahnen gebildeten Ozon eine gewisse reinigende "Wirkung auf die Stadtluft zugeschrieben.H. Wolpert konnte jedoch (Hygien Rundschau 1895. 5, 689) bei einem Elektrodesinfektor, dessen"Wirkung darin bestehen sollte, dass er unter Ozonbildung den Tabakrauch und andere Gerüche zer-störe, nur von den sichtbar rothglühenden Drähten des Apparates eine Wirkung beobachten; ohneersichtliches Glühen der Drahte, aber bei gleichzeitiger Bildung von Ozon und "Wasserstoffsuperoxydwar kein Erfolg zu bemerken.
z ) Compt. read. 1897, 124, 460.
») Bull, de la Soc. dum. de Paris 1889 [8], 2, 347, 351, 357 u. ff.
') Zeitsehr. f. analyt. Chemie 1894, 33, 187.