Bb
1428
Lnfl
"Wird aber ungesättigte Luft abgekühlt, so nähert sie sich derjenigen Temperatur,bei welcher sie vollständig gesättigt ist, und diese Temperatur heisst dann der Thau-punkt. Denn wenn eine noch weitere Abkühlung erfolgt, so tritt Kondensation, d. h.Thau- oder Wasserbilduag ein.
Die absolute Feuchtigkeit bezw. der Dampfdruck geht im Allgemeinen derLufttemperatur parallel, d. h. sie ist. im Sommer und am Mittag (2—3 Uhr 5 amgiösäten, im Winter und bei Nacht am geringsten: die relative Feuchtigkeit•zeigt dagegen in Ebenen und Thälern überall den entgegengesetzten Gang derTemperatur.
De,r Wasserdampf der Luft ist zwar nicht direkt von Einfluss auf denthierisehen Stoffwechsel, beeinflusst denselben aber indirekt in hohem Masse undist von gröestem Einfluss für die Witterung.
«) Einfluss des "Wasserdampfes auf die Lungenathmung. Für dieseist die absolute Feuchtigkeit von Belang. Die Ausathmungsluft von 37° istmit "Wasser gesättigt, d. h. sie enthält in 1 cbm 44 g Wasserdampf. Athmet manLuft von 10° mit 60% relativer Feuchtigkeit ein, so enthält dieselbe 5.7 g Wasserin 1 cbm; die Lunge kann daun noch 44.0—5,7 g = 3cS,7 g Wasserdampf abgeben.Wird dagegen Luft von 20° mit 90% relativer Feuchtigkeit = 15,5 g Wasser in1 cbm eingeathmet, so kann sie nur 44,0 —15,5 g = 28,5 g Wasserdampf abgeben.Vollständig gesättigte Luft von 20° enthält 17,2 g "Wasserdampf in 1 cbm; Luft von25° mit 50 "/„ relativer Feuchtigkeit nur 11.6 g. Daher ist erstere Luft trotz derniederen Temperatur für uns! drückender, als letztere und daher rührt auch die Er-leichterung des Atlunens, wenu man im Sommer an gewitterschwülen Tagen durchein mit Eisstückchen gefülltes Tuch athmet.
ß) Einfluss des Wasserdampfes der Luft auf die Hautthätigkeit.Für die Grösse der Wasserverdunstung von der Haut ist vorwiegend die relativeFeuchtigkeit massgebend, wie das bereits S. 276 und 277 auseinandergesetzt ist.
;-) Einfluss des Wasserdampfes der Luft auf die Witterung. DerWasserdampf absorbirt mehr Wärmestrahlen als die Luft, verringert daher die Be-strahlung durch die Sonne wie auch die Abstrahlung der von der Sonne der Erdezugeführten Wärme in den Weltenraum, aus dem Grunde mässigt er die durch dieSonnenstrahlung bedingten Temperaturschwankungen; an der Küste und auf denInseln ist die Jahres- wie Tages-Temperatur gleichmässiger als auf dem Festlande,und in der Ebene gleichmässiger und milder als auf den Bergen.
Von bestimmendem Einfluss auch ist der Wasset dampf auf die Niederschläge.Je wasserreicher die Luft ist oder je näher der Thaupunkt der Lufttemperatur liegt,um so eher sind Nebel, Wolken und Niederschläge zu erwarten und umgekehrt.Des Weiteren aber diesen Einfluss des Wasserdampfes inuss ludest, auf die Lehr-bücher der Meteorologie verwiesen werden.
(f) Ozon. Ein ganz geringer Theil des Sauerstoffs der Luft ist in Form vonOzon vorhanden. In diesem Zustande besitzt der Sauerstoff besondere oxydirendeEigenschaften und wenn auch das Ozon für den Lebensvorgang entbehrlich zu seinscheint, da die Luft unserer Wohnräume kein Ozon enthält, so ist es doch nichtohne hygienische Bedeutung, indem es organische Stoffe aller Art und auch Bakterien(vergl. S. 1402) zu zerstören bezw. zu tödten und hierdurch die Luft von Substanzenzu reinigen im Stande ist, welche unter Umständen für den Menschen gesundheits-