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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Mineralwasser.

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Mineralwasser.

Unter Mineralwasser im Allgemeinen versteht man solche aus der Tiefe andie Erdoberfläche tretenden Wässer, die entweder durch eine grössere Menge festeroder gasiger Stoffe oder durch eine höhere Temperatur da, wo sie zu Tage treten,ausgezeichnet, ferner in Geschmack, Farbe und Geruch von dem gewöhnlichenBrunnen- und Trinkwasser verschieden sind. Dieselben dienen theils als Heil-mittel, theils als Erfrischungsmittel. Hier sollen nur letztere Art Mineralwässer,auch Tafelwässar genannt, berücksichtigt werden. In den Vereinbarungen deutscherNabrungsmittelchemiker ') werden 4 Gruppen Mineralwässer unterschieden; 1. Na-türliche unveränderte, 2'. durch Ausscheidung einzelner Stoffe, 3. durch Ver-mehrung vorhandener Bestandteile veränderte und 4. nachgeahmte (künstliche)Mineralwässer. Diese Unterscheidung entspricht den thatsächlichen Verhältnissenund können Gruppe 2 und 3 als veränderte oder gleichsam halbnitürliche Mineral-wässer den natürlichen oder künstlichen Mineralwässern gegenüber gestellt werden.Jedenfalls ist die Auseinanderhaltuug dieser Arten Mineralwässer und eine genaueBezeichnung der Natur eines Mineralwassers für die Herstellung wie für den Ver-trieb gleich wichtig, weil gerade hierin viel gefehlt wird und der Handel mit Mi-neralwasser eine grosse Ausdehnung angenommen hat.

1. Natürliches Mineralwasser. Als natürliches Mineralwasser kannnur solches gelten, welches bei dem Abfüllen keine willkürliche Veränderung er-fahren hat. Das abgefüllte Wasser darf also in seiner Zusammensetzung gegenüberdem Wasser der Quelle nur insofern Abweichungen zeigen, als diese durch dasAbfüllen bedingt sind. Nicht zu beanstanden ist die Benutzung von Kohlensäurezur Luftverdrängung beim Abfüllen. Wird abgefülltes natürliches Mineralwasserals Wasser einer bestimmten, benannten Quelle in den Handel gebracht, so rnusses derselben auch entstammen und die. gleiche Zusammensetzung wie das der be-nannten Quelle von den durch das Abfüllen bedingten Veränderungen (Ver-lust von Kohlensäure) abgesehen besitzen a ).

Zu den Mineralwässern dieser Art sind nur wenige zu rechnen; nämlich Biliner,Giesshübler, Pachingen, Niederselters, Oberbrunnen in Salzbrunn und Staufen-brunnen in Göppingen.

2. Veränderte natürlicJie M-ineralwässer. Bei der Veränderungder natürlichen Mineralwässer hat man drei Behandlungsweisen zu unterscheiden:

a) Anreicherung mit Kohlensäure. Das Einpressen der Kohlensäuregeschiebt wie bei der Darstellung von künstlichem Mineralwasser.

b) Beseitigung von Eisen und Schwebestoffen mit gleichzeitigerkünstlicher Anreicherung von Kohlensäure.

c) Entfernung des Eisens, Zusatz von Kochsalz und Anreicherungmit Kohlensäure oder letztere beiden Zusätze allein.

Es ist vorgeschlagen worden, diese Art Mineralwässer alsnatürlichesMineralwasser entweder mit Kohlensäure versetzt oder desgl. enteisent und mit

') Vergl. Heft II, 1899, 182.

2 ) Diese Begriffserklärung ist von dem Verein "selbständiger öffentlicher Chemiker Deutschlandsin Gemeinschaft mit Vertretern von Mineralquellen -Verwaltungen (Zeitschr. f. öffentl. Chemie 1901,7, 443) aufgestellt und glaube ich mich diesen, nicht aber den sonstigen, dort ausgesprochenen Grund-sätzen anschliessen zu können.