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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Wasser.

rathen sein, darauf hinzuweisen, dass ein solches Wasser unter anderen Verhältnissen verunreinigtwerden kann. Denn während zu einer Zeit die Filtrationsfähigkeit des Bodens noch eine, genügendewar. kann sie unter veränderten Verhältnissen nicht mehr ausreichen, und dann kann eine Ver-unreinigung des Wassers eintreten.

4. Die alleinige örtliche Besichtigung einer Wasserv erso rgungsq.ii eile (Brunnen)kann niemals, wenn nicht grobe offensichtliche Verunreinigungen vorliegen, einen sicheren AufschlussUher die Beschaffenheit eines Wassers gehen.

Ei s.

Nicht selten wird auch zur Löschung des Durstes statt des Wassers Eis an-gewendet, sei es direkt durch Zergehenlassen im Munde oder nach dem Schmelzen(bezw. Auflösen) in anderen Getränken, um diese gleichzeitig abzukühlen.

Das durch die natürliche Winterkälte, wie auch das durch Kältemaschinen her-gestellte Eis muss naturgemäss wesentlich alle Bestandteile bezw. Verunreinigungendes zu seiner Bereitung verwendeten Wassers einschliessen. Für gewöhnlich bestehtaber das künstliche, aus Wasserversorgungswasser hergestellte Eis aus zwei ver-schiedenen Schichten, aus dem vollkommen durchsichtigen Klareis oder Krystalleisund aus dem undurchsichtigen, schneeartigen Kern, dem Trübeis; beide Schichtensind nach A. C. Ohristomanos x ) in ihrer Zusammensetzung verschieden; dasKlareis ist fast reines Wasser, aus ihm sind alle Salze bis auf Spuren und fastder ganze Schwefelsäure- und Chlorgehalt letzterer aber nur bei sehr raschemGefrieren ausgeschieden und die Bakterien wesentlich vermindert, während imTrübeis sich wesentlich alle Bestandteile anreichern. Aus 1 1 Trinkwasser mit71 Bakterienkeimen in 1 cem wurden durch Gefrierenlassen bis zu 14° 820 gKlareis und 170 g Trübeis erhalten, welches letztere in 1 cem 450 Bakterienkeimeenthielt, während das Klareis in lecmnurS15 Keime ergab. Selbst bei der Darstellungvon Kunsteis aus Meerwasser mit 2,3% Chlor wird letzterer Gehalt im Klareisbis auf Spuren herabgesetzt. Aus dem Grunde ist daB Klareis vorwiegend zuminnerlichen Gebrauch geeignet; das für diesen Zweck, auch für die Wundbehandlungund dergl. völlig ungeeignete Trübnis, ferner leicht zerbröckelndes Eis sollen nurzum Kühlen der Gefässe etc. von aussen verwendet werden.

Das natürliche Eis, das Roheis von Teichen, Seen, Flüssen etc. muss natur-gemäss, je nach der Beschaffenheit des Wnssers. noch grössere Verunreinigungenenthalten; C. Fränkel fand in Berliner Eis, welches aus verunreinigtem See-und Teichwasser gewonnen war, bis zu 25000, Heyroth 2 ) bis zu 14400 Keimein 1 cem Schmelzwasser;, Piudden in Eis ans dem Hudsonriver, welcher durchdie Abwässer von Albany verunreinigt wird, bis 6 engl. Meilen unterhalb dieserStadt ebenfalls viel Bakterienkeime und zwar in dem durchscheinenden Eis bis398, in dem mit Luftblasen durchsetzten Eis, dem sogen. Schneeeis bis 9187 Keime,während in den beiden Eissorten von 650 Meilen unterhalb Albany nur 189bezw. 3693 Keime in 1 cem gefunden wurden.

Bei der Verwendung des natürlichen wie künstlichen Eises zu direktem Genussoder zur Wundbehandlung sind daher dieselben Vorsichtsmassregeln zu beachten,wie bei der Verwendung des Wassers zu diesen Zwecken.

') Oesterreich. Chem.-Ztg. 1898, 1, 486.

") Arbeiten a. d. Kaiscrl. (iesundbeitsamte 1888, 4, 1.