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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Wasser.

In der norddeutschen Tiefebene begegnet man häufig Grundwassern, welche vielEisenoxydul (als humussaures oder doppelkohlensaures Eisenoxydul) enthalten;solche Wässer sind dann beim Fördern anfänglich hell und klar, werden aber beimStehen an der Luft gelblich trübe und setzen einen gelben Bodensatz ab. Wenn-gleich diese Art Trübung nicht gesundheitsschädlich ist, so lässt sie doch ein Wasserals weniger genussfähig erscheinen. Dieses Wasser enthält auch in der Regel Am-moniak und Schwefelwasserstoff.

Mitunter tritt in dem Grundwasser auch freie Kohlensäure und Salpeter-Säure auf, nämlich dann, wenn die Bodenschichten arm an Basen, besonders arman Kalk sind. Woher die freie Salpetersäure, die wir verschiedentlich im Grund-wasser des nordwestlichen Deutschlands aus sandigkiesigen Bodenschichten gefundenhaben, rührt, ist noch nicht aufgeklärt. Vielleicht rührt sie von untergegangenenThieren oder Thierresten her, von denen alle anderen Bestandteile oxydirt und ver-flüchtigt worden sind; aber dann müssten solche Wässer auch erhöhte Mengen Chlorideund Sulfate oder deren Säurebestandtheile enthalten, was nicht der Fall ist. Wahr-scheinlicher erscheint die Abstammung aus dem Regenwasser, welches sich in demSandkiesbecken auf undurchlassenden Schichten angesammelt hat, hier während desSommers reichlich verdunstet ist und sich so unter gleichzeitiger Oxydation des auchstets im Regenwasser vorhandenen Ammoniaks allmählich mit Salpetersäure ange-reichert hat. Auf diese Weise erklärt sich auch, dass solche Wässer kaum nennens-werthe Mengen anderer Stoffe (mineralischer wie organischer) enthalten.

Abgesehen von diesen unliebsamen Vorkommnissen hat das Grundwasser in ge-nügender Tiefe den Vorzug vor dem Oberflächenwasser, dass es eine niedrige undgleichmässigere Temperatur besitzt. Denn es nimmt beim Durchsickern undbeim längeren Verweilen im Boden die Temperatur des Bodens au und diese schwanktvon 45 m Tiefe an jährlich nur mehr um etwa 4°; in grösserer Tiefe beträgt die Tem-peratur des Bodens wie des darin enthaltenen Wassers etwa 811° und weniger.

Ragt aber das Grundwasser bis in die obersten Bodenschichten über 45 mhinaus, dann hören die genannten Vorzüge auf; es nimmt eine höhere und wechselndeTemperatur an, zeigt höheren Gehalt an Bakterien, wird bei starken Regenfällenleicht trübe und kann auch leicht durch Infektionskeime verunreinigt werden.

Sehr wichtig ist auch sowohl für die Einzel- als gemeinsamen Wasserversorgungendie Anlage eines Brunnens behufs Föiderung des Grundwassers; hier werdennicht selten die grössten Verseber, gemacht, besonders dadurch, dass man dieBrunnen an Stellen anlegt, wo durch oberirdische oder seitliche Zuflüsse von Ab-gängen aller Art aus den Wohnungen, Ställen etc. leicht eine Verunreinigung statt-finden kann.

Am zuverlässigsten sind Bohrbrunnen (artesische Brunnen), weil bei ihnenein seitliches Eindringen von Verunreinigungen am sichersten ausgeschlossen ist.

In den meisten Fällen aber muss man sich mit Schachtbrunnen begnügen.Für diese hat F. Hüppe ') die bei der Anlage zu beobachtenden Gesichtspunktewie folgt aufgeführt:

1. Die ganze Umgebung muss nivellirt werden, so dass alles auffallende Wasser und allerSchmutz durch natürliches Gefälle stets vom Brunnen weg- und niemals zu ihm hingeführt wird

') Journ. f. Gasbeleuchtung u. Wasserversorgung 1889, 32, 15.