Trinkwasser.
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schichten beeinflusst wird; denn weil das Regenwasser stets Kohlensäure und auch8puren von Salpetersäure, welche die Lösung von Bestandteilen aus dem Bodenunterstützen, enthält, so wird es beim Durchsickern durch den Boden um so mehr Stoffeaus demselben lösen, je reicher der Boden an löslichen Stoffen und je länger dieStrecke ist, welche es durchfliesst.
Durchweg aber durchläuft das Regen- oder Oberäächenwasser nicht unwesent-liche Schichten, ehe es das Grundwasserbecken erreicht; denn nur selten dringt essenkrecht ein, meistens strömt es von den Seiten zu. Aus dem Grunde passt dasGrundwasser seine Beschaffenheit vollständig und mehr der Beschaffenheit desdurchsickerten Bodens an, d. h. es nimmt mehr Bestandteile aus dem Boden auf,als Pluss- und Seewasser. Dieser Umstand aber hat wieder den Vorzug, dass dasGrundwasser meistens hell und klar ist und wenn die zu durchströmenden Boden-schichten genügend rein und dicht sind, schon in einigen Metern Tiefe auch kaumnoch Bakterien enthält. Bilden dagegen die durchsickerten Schichten ein lockeresGeröll von Sand, Kies oder fliesst das Regen- oder Oberfiächenwasser fast ungehindertdurch Risse und Spalten, wie sie besonders in schieferigen Gesteinen häufig sind, so kannes zwar arm an Mineralstoffen aber, wie schon oben gesagt, reich an Bakterien sein,weil keine eigentliche Filtration stattgefunden hat. Beide Verhältnisse mögen ausfolgenden Analysen erhellen. Die Stadt Münster i. W. versorgt sich aus zweiGruudwasserbecken, von denen das eine von etwa 5 —10 m Tiefe im Mergel untervorwiegend Ackerland und Wiesen, das andere von 20 — 25 rn Tiefe in fast reinemKies bezw. Sand liegt. Das Sauerland in Westfalen versorgt sich dagegen vor-wiegend mit Grund- bezw. Quellwasser, welches zum grössten Theil aus dem durch-klüfteten, rissigen Grauwackenschiefer seine Entstehung nimmt. Die Zusammen-setzung dieser Grundwässer ist im Mittel mehrerer Proben für 1 1 folgende:
Grün
dwasser ans
§ a|l
Zur Oxyda-tion erfor-derlicherSauerstoff
Kalk
■13Sa
»
u
0
o
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03
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« ,2
— cc
cd
Iveinie vonMikrophytenin 100 cem
mg
mg
mg
reg
mg
mg
mg
mg 1 mg
Münster
l Mergelschichten
302,1
1,8
131,2
15,3 3G,6j 51,3 38.4
0 0
22
i. W".
1 Sand und Kies
157,5
2,0
53,7
5,4; 10,7 22, r J 23,0
0 0
105
Grauwacker
schiefer (Sauerland-j
64,5
2,7
11,5
7 37,3
7,1
M
4,1
0
0
2000—200000
Die Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung dieser drei Grundwässer,besonders der hohe Gehalt des ersten Wassers an Mineralstoffen und darunter an Kalkgegenüber den beiden anderen Wässern erklärt sich aus der Verschiedenheit in der Zu-sammensetzung der wasserführenden Schichten (des Mergel-, Sand- bezw. Schieferbodens),der verschiedene Gehalt an Mikrophytenkeimen dagegen aus der verschiedenen Filtra-tionsfähigkeit der Bodenschichten, des mehr dichten Mergel- und Sandbodens gegen-über dem durch Risse und Spalten zerklüfteten Schieferbodens.
In anderen Fällen kann das Grundwasser, wenn es Bodenschichten durchsickert,die organische Reste wie Torf etc. enthalten, reich sein an organischen Stoffen,oder reich sein an Sulfaten, wenn die Bodenschichten viel Calciumsulfat (oderMagnesiumsulfat) enthalten, oder reich an Chloriden sein, wenn die Bodenschichtenwie Kreide und Kalksteine viel Chloride enthalten.