1380
"Wasser.
Ort
Chelsea .
Kew . .
Kohle
39.0%42,5.
Kohlen- Organ.Wasserstoffe Basen
12,3%
2,0 "/,
Schwefel-säure
4.3 %4,0 „
Salz-säure
1.1%0,8 „
Ammo-niak
1,11,1
Metalle,
Eisenver-
hindungen
33,8 %
41,5 „
Verlust
5.S %5.3 „
4,8 %
In dem Rückstand des Nebels von Manchester wurden d —9 °/ (l Schwefelsäureund 5—7 % Salzsäure gefunden; dieselben befanden sich Kwar in Verbindung mitBasen, indessen hatten die Abdampfrückstände einen entschieden saueren Geschmack.
R. Sendtner fand in 1 kg frisch gefallenem Schnee 7 mg, nach 16 Tagen 62,2 mg,und nach 24 Tagen 91,8 mg Schwefelsäure im freien Zustande; letztere sammelt sichalso schnell im Schnee an und entsteht grösstentheils aus der im Steinkohlenrauchder Häuser etc. vorhandenen schwefeligen Säure.
Jul. Schroeder untersuchte Regenwasser in einer rauchigen Gegend (Tha-rand) und in einer weniger von Rauch heimgesuchten Gegend (WaldgegendGrillenburg). Er fand als Jahresmittel in 1 1 Regenwasser:
In Sauren unlös-licher Kiiekstand
Kali
Natron
Kalk
Mag-nesia
Eisen-oxyd
Schwe-fel-säure
Phos-phor-säure
Chlor
Im
0 e g e n d
Staub,Kohle
Mineral-stoffe
Ganzen
mg
mg
»>s
mg
mg
mg
ms
mg
mg
mg
mg
Rauchgegend
5,7»
13,19
0.53
0,74
0,61
0,2 1
1,79
1,84
0,23
0,22
2.'),35
Waldgegend
4,17
2,91
0,54
0,85
0,76
0.17
0,37
0.86
0,09
0.17
10.90
Hier enthält das Regenwasser aus der rauchigen Gegend mehr als die doppelteMenge fester Stoffe, als das in einer von Staub und Rauch freieren Gegend gefalleneWasser.
A. Müntz will im Regenwasser und Schnee, ferner in fast allen Quell-, Fluss-und Meerwässern auch Alkohol nachgewiesen haben, den sie theils aus der Luft,theils aus dem Boden aufnehmen sollen.
Tissandier 1 ) fand im Schnee von Paris kosmischen Staub; Ehrenberg 2 )in dem in der Schweiz mehrfach beobachteten rothen Schnee und rothen RegenPassatstaub; der sog. Sehwefelregen enthält Blüthenstaub.
Der vom Meteorwasser aufgenommene Luftstaub schliesst auch selbstverständlichdie stets in der Luft vorhandenen Mikroorganismen mit ein, die die faulige Zer-setzung des Regenwassers bewirken.
Die Anzahl der Keime von Mikrophyten ist grossen Schwankungen unterworfen;sie beträgt nach den Untersuchungen in Montsouris 3 ) zwischen 300—20000 in 1 1Regenwasser. Die grösste Menge entfällt natürlich auf den Sommerregen. Von100 Mikroben waren durchschnittlich 60 % Mikrokokken, 25 n 0 Bacillen und 15 %Bakterien.
Da sich auch die pathogenen Bakterien durch die Luft verbreiten, so kann un-gereinigtes oder ungekochtes Regenwasser als Trinkwasser unter Umständen sehr be-denklich sein. Auch steht seiner Anwendbarkeit als Trinkwasser seine schwankendeund im Sommer hohe Temperatur entgegen. Wenn man zu Regenwasser als häus-lichem Gebrauchswasser seine Zuflucht nehmen muss, so soll es wenigstens einer sorg-
') Tissandier, Compt. rend. 80, 58 u. 82, 388.
") Ehrenberg, .lahrbuch d. Chem. 1851, 882.
') Vergl. Miguel, Die Mikroorganismen der Luft. München 1889, 51.