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Wasser.
sichtbaren beweglichen bezw. veränderlichen Zustand d. h. das fortwährende, selbst-tätige Austreten des versickerten bezw. des in den tieferen Bodenschichten befind-lichen Wassers. Sehr deutlich setzt Heim 1 ) diese Unterschiede mit folgender Er-klärung auseinander: „Das in den Boden eingesickerte Wasser kann in verschiedenenFormen auftreten. Bald findet es sich nur fein zertheilt überall in geringer Mengein den Poren der Gesteine, selbst der dichtesten: das ist die „Bergfeuchtigkeit" oderder „Bergschweiss". Bald staut es sich über einer undurchlässigen Unterlage auf undfüllt dann bis zu einem gewissen Niveau alle Poren und Klüfte: das ist das „Grund-wasser". Bald fliesst es gesammelt in einzelnen ausgewaschenen Gerinnen: das sinddie „Quelladern".
Wie in der Entstehung, so sind die genannten Wasserarten, wie schon gesagt,auch in der Beschaffenheit häufig mehr oder weniger verschieden.
1. Hegen- oder Meteorwasser. Dieses sollte, als durch einfache Ver-dichtung des Wasserdampfes in der Luft entstehend, als chemisch rein anzusehensein. In der That enthält auch das im Hochgebirge in etwa 2000 m Höhe ge-sammelte Regenwasser weniger Beimengungen, als das für Laboratoriumszwecke fürgewöhnlich gewonnene destillirte Wasser. Beim Durchdringen der unteren Luft-schichten, besonders in der Nähe von Städten und Industriebezirken, nimmt jedochdas .Regenwasser allerlei organische und unorganische Staub-Bestandtheile der Luft auf,welche sogar bewirken, dass dasselbe, wenn es in geschlossenen Behältern aufbewahrtwird, einem Fäulnissvorgang anheimfällt, der ihm, wie schon Hippokrates angisbt,einen schlechten, fauligen Geruch ertheilt.
Zunächst enthält das Meteorwasser eine Menge Luft als Gas eingeschlossen;dieselbe beträgt zwischen 20—33 ccm für 1 1 und besteht etwa aus x j^ — 1 / i Sauer-stoffgas, l / 2 — 2 / 8 Stickstoff, und 1 f 15 — 1 / 3 Kohlensäure. Im Mittel von 10 Bestimmungenfand z. B. E. Reicbardt für 1 1:
Kohlensäure4,47 ccm16,54%
Aehnliche, aber etwas niedrigere Zahlen ergaben sich für Schnee. A. Girardinfand im Regenwasser zwischen 6,0—7,5 ccm Sauerstoff, wir bis 9,0 ccm Sauerstoffin 1 1.
Es enthält ausser Ammoniak, Salpetersäure und salpetriger Säure, diefast stets vorhanden sind, auch kleine Mengen organischer Stoffe, welche sich in Formvon Staub in der Luft befinden und beim Verdichten des Wasserdampfes und beimHerabfallen der Wassertropfen mit niedergeschlagen werden.
Die Menge des in dem Meteorwasser vorkommenden Ammoniaks und der Sal-petersäure schwankt nach einer Reihe von Untersuchungen 2 ) für 1 1 wie folgt:
Oder in Proeenten des Gases
Gesammtmenge Gas
Sauerstoff
Stickstoff
27,04 ccm
5,97 ccm
16,CO ccm
—
22,00 %
61,40%
1. Ammoniak .
2. Salpetersäure . . .
3. Organiseher Stickstoff ,
Segen0,04—15,67 mg0,01—16,00 „0,03— 1,00 „
Schnee, Eis, Hagel0—10,34 mg0— 4,00 „
Thau oder Keif1,02—6,20 mg0,05 — 2,50 „
Nebel2,56 — 137,85 mg0,50— 1,83 „
') Heim. Die Quellen. Vortrag gehalten in Zürich. Basel 1885.
') Vergl. d. Verf.'s Schrift: „Wie kann der Landwirth den Stickstoff-Vorrath in seiner Wirt-schaft erhalten und vermehren?" Berlin 1893, 10.