Essig.
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2. Essig-Gewinnung durch Holzdestillation. Bei der trocknen
Destillation des Holzes unter Luftabschluss bilden sich namhafte Mengen Essigsäureneben verschiedenen anderen Stoffen in geringerer Menge, wie z. B.:
Ameisensäure, Propion-, Butter-, Valerian-, Kapron-, Kroton-, IsokrotOn-, Angelika- und Brenz-schleimsäure; ferner Methylalkohol, Aethylalkohot, Aceialdehyd, Furfurol, Methylfurfurol, Aceton,Methylätbylketnn, essigsaurer Methyläther, Brenzkatechin, Pyroxarithin, Ammoniak, Methylamin, Di-,Trimethylaniin etc.
Von den dem Holztheer 1 ) angehörenden Destillations-Erzeugnissen (wieToluol, Xylol, Kumol, Cymol, Beten, Chrysen, Paraffin, Kreosot, u. a) gehtnur eine geringe Menge in den Holzgeist über. Man sieht aber, dass der Essig-säure im Holzessig eine grosse Menge Verunreinigungen beigemengt sind, von denensie behufs irgend welcher Verwendung befreit werden muss. Dieses geschieht dadurch,dass man den Holzessig entweder direkt oder besser nach Neutralisation mit Kalkoder Natriumkarbonat der Destillation unterwirft, wodurch derselbe als Vorlauf vor-wiegend Methylalkohol enthält.
Der Bückstand wird, wenn der Bolzessig von vornherein neutralisirt war, direkt odernach jetzt vorzunehmender Neutralisation 2 ) mit Kalk zur Trockne verdampft, dieser Rückstandscharf erhitzt, um theerige Nebenbestandtheile zu entfernen, darauf mit einer äquivalentenMenge, Salzsäure zersetzt und die frei gewordene Essigsäure abdestillirt. Man erhält aufdiese Weise eine Essigsäure von 1,058—1,061 spec. Gewicht mit annähernd 50% reiner Essig-säure; da aber selten ein so starkes Erzeugniss gewünscht wird, so setzt man dem trocknenBückstande von essigsaurem Calcium nach Zusatz der erforderlichen Menge Salzsäure gleich-zeitig etwas Wasser (auf 100 Thle. essigsaures Calcium 90—95 Tille. Salzsäure von 1,160spee. Gewicht und 25 Thle. Wasser) zu und erhält so eine Essigsäure von 1,050 spec.Gewicht mit 39% reiner Essigsäure. Dieser haften aber stets noch einige Bestaudtheile desrohen Holzessigs, welche ihr einen hrenzlichen Geruch ertheilen, an, weshalb sie einer noch-maligen Destillation mit 2—3% biehromsaurem Kalium unterworfen wird. Wendet man zurNeutralisation des rohen Holzessigs Natriumkarbonat an, verdampft mit, diesem und erhitztden Rückstand, so erhält man durch Destillation dieses Rückstandes mit Schwefelsäure vonvornherein eine reinere und gehaltreichere Essigsäure, nämlich solche von 60—80%-
Diese Essigsäure, die sog. Essigessenz, wird entsprechend mit Wasser ver-dünnt, um daraus Haushaltungsessig zu bereiten. Nach neuerer Verordnung darfaber die Essigessenz, die nicht selten absichtliche oder unabsichtliche Vergiftungenhervorgerufen hat, nicht ohne weiteres in den Verkehr gebracht werden, sondern unter-liegt denselben Bestimmungen wie andere Gifte. Auch haftet der aus dem Holzessig dar-gestellten Essigessenz, selbst nach Verdünnen mit Wasser, durchweg der Beigeschmack
') Bei der trocknen Destillation des Holzes bilden sich Holzessig ai> flüchtiges, Holztheer alsflüssiges und nur zum Tbcil flüchtiges Erzeugniss und Holzkohle als fester Rückstand. Das Mengen-verhältmss, in welchem diese drei Haupterzeognisse entstehen, hängt aber wesentlich ab von der Artund Trockenheit des Holzes — Laub- und trocknes Holz geben eine grossere Ausbeute besondersan Essigsäure, als Nadel- und nasses Holz, letzteres dagegen eine grössere Ausbeute an Theer —,von der Art der Destillatiousöf en und von der Handhabung derselben. Je nach die-en Ver-hältnissen schwankt die Ausbeute aus lufttrocknem Holz an;Holzessig (rohe Säure. Darin reine
flüchtiger Anlheil) Essigsäure
30,8—53,3% 2,7—10,2% 5,2—14,3% 21,0—31,0%
8 ) Hat man den rohen Holzessig nicht von vornherein neutralisirt, so kann man nach Entfernungdes Methylalkohols (Vorlaufes) auch einen Tlieil der verunreinigenden Beimengungen durch Oxydation inder "Weise entfernen, das? man den ersten Destillationsriickstand durch Schichten von Koks laufen lässt.
Theer
Holzkohle