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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Alkoholische Getränke.

1. Arrak-Versehnitt. Die bei uns im Verkehr befindlichen billigeren Sorten Arrak »'"dengewöhnlicli aus dem echten Material durch Strecken mit feinem Sprit und "Wasser erhalten.

2. Kunst- oder Eac,on-Arrak. Sehr häufig begegnet man einem unter dem Namen Arrak ver-triebenen Erzougniss, welches hinsichtlich seines Ursprunges mitunter sehr zweifelhafter Natur ist.Im Nachfolgenden seien einige solche Bereitnngs-Vorschriften angegeben:

Johannisbrot wird mit "Wasser abgekocht, die Abkochung abgeseiht, mit Theeaufguss und Spiritusvermischt und das Ganze zur Erzielung eines besseren Geschmacks längeie Zeit lagern gelassen.

Eine andere Vorschrift lautet:

Man destillirt ein Gemenge von Schwefelsaure, Braunstein, Holzessig. Kartoffelfnselöl und Wein-stein und versetzt das Destillat mit Theetinktur, Vanilletinktur. Neroliöl und "Weingeist.

Die Zusammensetzung eines solchen 'Facon-Arraks von 0,924 spec. Gewicht war nach Polenske')für 100 cem hezw. 1 1 folgende:

Alkohol .......55,8ö Yol.-%

Vanillin, 1 , ,. , . ,

,_ . [ deutlich nachweisbare Mengen,

Wembeeröl, J

5,53 g Extrakt in 1 1 enthaltend:4,08 ., Saccharose,0,07 Asche.

Die freien flüchtigen Säuren bestanden vorwiegend aus Essigsäure und geringen Mengen Ameisci.säure und Buttersäure; sie erforderten zur Neutralisation 60 cem l /io"^ orl "al-Kalilauge. Die Ester-säuren, von denen die Essigsäure im Verhältnis» zur Ameisensäure und Buttersäure gleichfalls imTJebergewieht vorhanden war, wurden durch 135 com l / 10 -Normal-KalUauge für 1 1 neutralisirt. DerRückstand der Aetherausschüttelung besass einen deutlichen Nelkengerucb

Für die Beurtheilung gilt dasselbe, was unterRum'' S. 1355 bzw.Kognak" S. 1351 ge-sagt worden ist, d. h. es giebt nach dem heutigen Stande der ehemischen Analyse kein Mittel, welchesdie Unterscheidung des echten Arraks vom unechten mit Sicherheit ermöglicht.

Liköre und Bittere.

Die Liköre und Bittere sind im Allgemeinen Gemische von Weingeist mit Zucker,Pflanzen-Extrakten der verschiedensten Art, aromatischen Oeleo etc Je nach demZuckergehalt unterscheidet man Doppel- oder Tafel-Liköre; erstere enthalten etwa500 g, letztere 700 1000 g Zucker in 1 1. Man löst z. B. 1 kg Zucker zu x /s 1 flüssigerZuckermasse oder zu 1 1 Flüssigkeit und setzt 1 1 Sprit von 76 °/ 0 hinzu. Man er-

hält auf diese Weise Getränke von 4045 Vol.

Alkohol.

Die Pflanzentheile werden entweder mit dem Sprit oder mit Wasser ausgezogenoder sie werden in einer Destillirblase mit dem Sprit destillirt oder man lässt denzu rektificirenden Sprit durch die Pflanzen und Kräuter filtriren.

Zur Herstellung der Liköre giebt es eine ganze Reihe von Vorschriften 2 ):

Um die Anzahl der benutzten Pflanzen, Kräuter und Oele zu zeigen, seien hierfolgende Vorschriften wiedergegeben:

1. Benedictiner-Likör:

In die Destillirblase werden 45 1 Spiritus von 96% lnu * 20 1 weiches Wasser gegeben; in denExtraktions-Apparat kommen folgende zerkleinerten Kräuter:

500 g frische Oitronenmelisse, 150 g Alpenbeifuss, 60 g Kardamomen, 250 g Ysopspitzen, 100 gAngelikasamen, 150 g Angelikawurzeln, 250 g Pfeffermünzkraut, 30 g Thymiankraut, 30 g Ceylon-Zimmt, 30 g Muskatblüthe, 30 g Nelken, SO g Arnikablumen, 250 g Wohlverleihhlumen, 100 g Bisam-kürner.

Nach der Des+illation werden dann noch je 210 Tropfen von 18 verschiedenen ätherischenOelen (meist von Gewürzen) zugesetzt.

') Arbeiten a. d. Kaiserl. Gesundheitsamt 1890, 6, 520.

2 ) leb verweise in dieser Hinsicht auf Moeve's Destillirkunst. 9. Aufl., 1892, 338442.