Branntweine und Liköre.
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Auch aus Reis allein wird nach Stohmann Arrak hergestellt und spielt hierbeidie Bereitung des Reisrnalzes eine wichtige Rolle. Die Destillation wird meist aufeine höchst primitive Weise ausgeführt, indem man z. B. die Blase in ein in die Erdegegrabenes Loch setzt, unter welches eine Höhlung gemacht wird, die als Eeuerungs-raura dient. Die Abkühlung geschieht sodann dadurch, dass ein Arbeiter fortwährendWasser über den Schnabel der Blase fliessen lässt oder dadurch, dacs man amSchnabel des Helmes eine flache Schale anbringt, die mit Wasser gefüllt wird, welchesman, wenn es warm geworden, wieder durch frisches ersetzt.
Manche, wohl meist am Erzeugungsorte selbst verwendeten Arraks, erhalten nochZusätze, welche die betäubende Kraft dieses Getränkes noch erhöhen; so z. B. derTarsah-Arrak den Saft von Cannabis sativa und denjenigen einer Species Datura.
Arrak wird nicht künstlich gefärbt, nimmt aber beim Lagern in Eässern einegelbliehe Färbung an. Um ihn farblos zu machen — in Deutschland ist es üblich,Arrak wasseiholl in den Handel zu bringen —, filtrirt man ihn durch Knochenkohle.
Beim Lagern gewinnt der Arrak bedeutend an Güte; da aber in dem heissenTropenklima der Schwund ein zu grosser sein würde, so wird derselbe für die Lage-rung bald nach seiner Darstellung nach Ländern der gemässigten Zone ausgeführt.
Zu uns gelangt grösstentheiis Arrak aus Batavia; hie und da finden sich imHandel auch die weniger beliebten sog. Küsten-Arraks, z. B. von Soeraboya, Cheri-bon, Indramayo, welche von Zuckerfabriken erzeugt werden.
Arrak wird weniger direkt genossen, als vielmehr zu Punsch-Essenz (SchwedischerPunsch) verarbeitet. Ueber die Zusammensetzung von Schwedischem Punsch sieheBd. I. S. 1436 und weiter unten S. 1360. Schwedischer Punsch enthält gewöhnlich23—30 Vol.-% Alkohol und 20—33% Zucker.
Die Zusammensetzung des Arraks erhellt im Mittel von 8 bzw. 5 Untersuchungen(Bd. I, S. 1409) aus folgenden Zahlen:
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3
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58,81 50,88
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4,2
10,6
110,2 | 5,0
6,4
7,8
184,6
4,8
9,4
13,6
Diese Zahlen sind selbstverständlich wie bei anderen Branntweinen nicht un-erheblichen Schwankungen unterworfen; so schwankte der Gehalt an freier Essigsäurezwischen 61,0—167,0 mg, der an essigsaurem Aethylester zwischen 67,0—276,0 ragin 100 ccm, während der Alkohol in 9 Proben nur zwischen 56—60 Vol.-% und auchdie anderen Bestandtbeile nur wenig schwankten,
E. Beckmann fand in 2 Proben echtem Arrak 78,0 bzw. 78,2 mg freie Säuren,125,0 bzw. 283,0 mg Estersäuren und 223,0 bzw. 207,0 mg höhere Alkohole (Amyl-alkohol) für 100 ccm.
Also auch der Arrak verhält sich bezüglich des Gehaltes an freien Säuren,Estern und höheren Alkoholen wie Kognak und Rum.
Nachmachüngen und Verfälschungen.
Auch bezüglich der Nachmachüngen und Verfälschungen verhält sich der Arrak wie der Rum.Als solche kommen in Betracht: