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Alkoholische Getränke.
Alf Ceylon wird der Arrak aus dem Blüthenkolbeii der Kokospalme (Cooosnueifera) dargestellt; die Bereitungsweise ist folgende 1 ):
Der Blütfcenkolben der Kokospalme wird während drei auf einander folgenden Tagen zwischen2 flachen Holzstücken gepresst und während der nächsten 4 Tage am Grunde des Blülhen-kolbens ein leichter Bundschnitt gemacht, welcher verhindert, dass sich der Kolben öffnet. Machetwa 8 Tagen ist der ganze Blüthenkolben in eine markartige Masse verwandelt, und es beginnt ausEinschnitten| die an verschiedenen Stellen angebracht werden, der Saft. „Toddy" genannt, auszufliessen.Das Aufsammeln dieses Saftes geschieht in der Weise, dass man den Blüthenkolben umbiegt, an ge-eigneter Stelle einen Thontopf an dem Kolben festbindet und in letzterem einen Einschnitt anbringt,so dass der Saft in den Topf abtropfen kann. Die Töpfe werden Morgens und Abends entleert undauch in dem Kolben neue Einschnitte angebracht.
Der Toddy enthält neben Wasser eine bedeutende Menge von gährungsfähigem Zucker, fernerEiweiss, organische Siiuien und Salze, und geht sehr schnell in Gährung über. Verbrauchen dieBrennereien nicht die gesamrate frische Toddy-Menge, so wird der Rest eingekocht und liefert einenunreinen, braungefärbten Zucker, welcher Jaggery heisst und theils als Versüssungsmittel gebrauchtwird, theils auch wieder gelöst und zur Arrak-Fabrikation der Gährung unterworfen wird.
Der von den Eingeborenen Ceylons verwendete Destillir-Apparat besteht ans einem thönernenTopf oder Kessel, auf dessen Rand ein zweiter mit dem Rande nach unten gestellt ist und gleichsamden Helm der Destillirblase vorstellt. In diesem oberen Topf ist ein langes Rohr, meist aus Bambus-stäben, eingefügt, welches in einen kürbisförmigen Topf, die Vorlage, mündet. Das Rohr wird mitlocker gedrehten Stricken aus Kokosfasern umwunden und iässt man auf diese fortwährend Wasserfliessen, um die Verdichtung der Dämpfe im Rohre herbeizuführen. In grösseren, ausschliesslich vonWeissen geleiteten Brennereien, verwendet man kupferne, innen verzinnte Destillirblasen von 500 bis000 1 Fassungsraum und bewerkstelligt die Abkühlung der Dämpf« in gewöhnlicher Weise mit Hülfeeiner Kühlschlange.
Das Abdestilliren des völlig vergohrenen Toddys geschieht in der Weise, dass zuerst ein anAlkohol armes Erzeugniss, ein Lutter-Branntwein mit 25—28°',, Alkohol, dargestellt «int. Derselbeheisst Poliwakara und dient auch schon theilweise als Getränk. Durch Rektifikation dieses Poliwakaraerhält man dm stärkeren Branntwein, Talwakara, die als Arrak bekannte Branntwein-Sorte. Durchnochmalige Destillation des Talwakara wird der sog. Ispiritu gewonnen, welcher meist 73 — 76 v"ol.-%Alkohol enthält, weit weniger angenehm riecht als der Arrak, da die leichter flüchtigen Aetherartenund Aldehyde verloren gegangei sind und durch Zucker- und Wasserzusatz in ein« Art Likör ver-wandelt wird, der im Lande selbst verbraucht wird.
Auf Java wird zur Darstellung des Arraks Reis verwendet: die Bereitungsweiseist nach Stohrnann 2 ) folgende:
Man bringt ungefähr :iö kg Keton, einen sehr klebereichen Reis, in einen kleinen Bottich, fügt100 1 Wasser und '20 1 Melasse hinzu und lässt diese Mischung dann 2 Tage stellen, darauf bringtman sie in ein grosseres Oefiiss und fügt noch 400 1 Wasser, sowie 100 1 Melasse hinzu. Zu gleicherZeit mischt man 40 Th!e. Palmwein oder Toddy mit 1)00 Thln. Wasser und 150 Thin. Melasse undüberlässt Beides 2 Tage lang der Ruhe. Die erste Mischung wird in einen noch grösseren Bottichgebracht und die zweite allmählich hinzugesetzt. Darauf lässt man die gahrende Flüssigkeit abermals2 Tage stehen und führt sie endlich in irdene Töpfe über, von denen jeder etwa 20 1 Inhalt fasst.Wenn die Gährung nach ungefähr 2 Tagen vollendet ist, schreitet man zur Destillation (die Destilla-tionsblasen sind von Kupfer, die Schlangenrohren von Bancazinn angefertigt).
Naoh einer anderen Vorschrift zur Dai Stellung des Arraks nimmt man 62 Thle.Melasse, 3 Thle. Toddy und 35 Thle. Heis, welche bei der Destillation 237 2 Thle.Arrak liefern sollen.
') Vierteljahrcsschrift über Nahrungsmittel, Genussmittel 1888, 3, 187 nach Zeitsehr. f. land-wirthseh. Gewerbe, 1388, 8, 76.
'') Mnsprath's Chemie. 3. Aufl., 972.