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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Branntweine und Liköre.

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schädlich. Es würde also darauf ankommen, in dem der Melasse zuzusetzenden Material, in welchem(z.B. aus Abfällen der Rüben) man eine Buttersäure Gährung durch Erwärmen auf etwa 40° ein-geleitet hatte, die Spaltpilze und ihre Sporen vor dem Zusatz zum Dunder zu entfernen. Dieses kannam besten durch Absetzenlassen der Sporen nach Beendigung der Buttersäure-Öährung erreicht werden,ein Vernichten der Sporen im Dunder durch ein Wstündiges Kochen der sauren Maische mit Dampfgenügt nicht.

Die von Herzfeld angestellten Versuche, auf deren nähere Darlegung ich hier nicht eingehenkann, erwecken die Hoffnung, dass es mit der Zeit gelingen wird, auch aus Erzeugnissen der Rüben-zuckerfabrikation em spirituöses Getränk herzustellen, welches, wenn auch nicht dem echten Rumgleich zu erachten, doch die zahlreichen ICunsterzeugnisse und Nachmachungen zu verdrängen geeignetist, die sich jetzt im Handel befinden.

3. Herstellung von Kunst- oder Fai;on-Rum. Billiger, aber auch bedeutend minder-wertbiger sind die sog. ,,FaQon-Rums", die häufig, vielleicht auch meist, nicht einen Tropfen echtenBums enthalten. Die Zahl der bei der Fabrikation dieser Waare in Anwendung kommenden Stoffeist eine sehr grosse. Als oxydirendes Gemisch wird meist Schwefelsäure und Braunstein verwendet,denen man Alkohol, Holzessig, Stärke etc. hinzufügt. In den verschiedenen Zubereitungs-Yorschriftenfindet man aber ausserdem noch Stoffe, wie:

Freie Buttersäure, freie Ameisensäure, die Aethylester der Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure,Benzoesäure, Salpetersäure-Aetiiylesier, baldriansaures Amyl, Zimmtol, Weinbeeröl, Bittermandelöl,Orangenschalenöl, Kornfuselöl, Orangenblüthenwasser, Vaniilelinktur, Tonkahohnentinktur, Citronen-essenz, Gewürznelkentinktur, Zimmttinktur, Kaffeeextrakt, Glanzruss, brenzliehes Birkentheeröl, Gall-äpfel, Eichenrindenextrakt, Katechu, Peru-Balsam, Zuckercouleur, Johannisbrot etc.

E. Pollenske') fand z. B. in solchen alkoholischen, sauer reagirenden, nach Bumäther riechen-den Flüssigkeiten von 0,906 spec. Gewicht für 1 1:

0,12 g Ameiscnsänreäthyläther, 10,35 g Extrakt, enthaltend: 5,88 g Glukose, 1,74 g Saccharose,

0,10G g Asche 'eisenreich;.

Die freien flüchtigen Säuren, welche vorwiegen! aus Ameisensäure und geringen Mengen Essig-säure bestanden, erforderten zur Neutralisation 70 cem Vw-Normal-Kalilauge. Die Estersäuren, vor-wiegend aus Essigsäure, Ameisensäure, Spuren Buttersäure, sowie den Säuren des "Weinbeeröls be-stehend, erforderten zur Neutralisation 5,6 cem '/io-Normal-Ra!iIauge.

Der Alkoholgehalt der Flüssigkeit betrug 64,54 Vol. -%, worin Fuselöl kaum nachweisbarwar. Der Verdunstungsrückstand des Aethers, welcher zur Ausschüttelung des mit Wasser verdünntenRums gedient hatte, be«ass den entschiedenen Geruch der Gewürznelken.. Die Farbe war im Wesent-lichen durch Zuekercouleur erzielt worden.

"Wenn derartige Kunstgemische als echter Rum oder auch nur unter dem einfachen WorteRum" verkauft oder feilgehalten werden, so ist das selbstverständlich als Verfälschung bezw. Nach-machung anzusehen.

Heber die Unterschiede zwischen echtem Rum, Verschnitt- und Kunstrum vergl. vorstehendeAnalysen S. 1853, über die chemischen Verfahren zur Ermittelung derselben Bd. III.

Im fiebrigen gilt wie vom Kognak so auch vom Rum, dass zur Feststellung derEchtheit die Geschmacks- und Geruchsprobe eines sachverständigen Praktikers unterUmständen von nicht minder hohem Werth ist, als die chemische Analyse.

5. Arrak 2 ). Als hauptsächlichste Fabrikationsgebiete des Arraks sind Java,die Küste von Malabar, Ceylon und Siarn zu bezeichnen.

Die Rohstoffe zur Gewinnung dieses Getränkes sind an den verschiedenenOrten seiner Darstellung sehr verschieden; übrigens versteht man unter Arrak (oderRak) im weiteren Sinne in Ostindien allgemein gegohrene Getränke.

') Arbeiten a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte 1890, 6, 520.

s ) Unter Benutzung der von E. Seil veröffentlichten ArbeitUeber Kognak, Rum, Arrak"{Arbeiten a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte 1891, 7. 243).