Branntweine und Liköre.
135c
Was den Werth der Rumsorten verschiedener Erzeugungsgebiete betrifft, sonimmt in Europa der Jamaika-Rum die erste Stelle ein, und dürfte diese That-sache wohl grösstenteils in der dort üblichen Darstellungsweise ihren Grund haben(z. B. Anwendung einer Mischung von Melasse mit Rohrsaft und Pflege des Dunders— nach A. Herzfeld).
Der Alkoholgehalt des Rums schwankt gewöhnlich zwischen 70 und 77 Yol.-°/o.Frisch destillirter Rum ist meistens farblos; beim Lagern in Fässern nimmt er,wie der Kognak, mehr oder minder färbende Extraktivstoffe aus den Wandungen derFässer auf. Die verschiedenen Farbentöne des käuflichen Rums werden durchKaram elzusatz erzeugt. Jamaika-Rum wird meist leicht, Demerara-Rum hingegenstark gefärbt. Die Grösse der Rum-Fabrikation wird von Scala zu rund 60000 hlfür das Jahr angegeben.
Die chemische Zusammensetzung des echten Ruins sowie des Verschnitt- undKunst-Rums erhellt aus folgenden Zahlen, welche für echten Rum aus 20—50 ein-zelnen Bestimmungen (vergl. Bd. I, S. 1410—1413 und 1515) gewonnen sind:
- .
Gehalt
O
©M
Vol-%
In 100 ccm Rum mg
Gcsammt-Yer-
Hum
2
1.1
©IS
1
►5 M
4J
ig
•V
(ausschl. Extrakt)S -IS Z
U O H r-n
5 B 1 « « g
O 5 ~^M
.s 1 «^
Echter j
- - - ?.-Niedrigster
fl öehster
Mittlerer
0.81430,94840,9000
44,093,361,1
30,0
1740,0
549,4
4,0204,0101,5
0,226,218,0
8,i
13,42,3
4 3,0
1926,0
270 7
2G,0298,8151,8
0.0010,0620,010
289,7 393,0
1666,0 2731,2
539,3| 882,6
Versehnitt-(10)
Kunst- (8)
MittlererMittlerer
0,94420,9472
17.545,5
486,7500 6
49,718,4
6,42,8
0,6
0,2
66,437,3
34,9
12.4
158,0 332,671,1 156,3
E. Seil und K. Windisch zerlegten noch die im Rum vorkommenden freienSäuren sowie Estersäuren und fanden für diese und noch einige sonstigen Bestandteilefolgende Werthe in mg für 100 ccm Rum:
Mo
G
Ü3
9
rCSO
CO
Freie Säuren
Aethylester der
ii ■
1 " !
'j.
'S
>3 "
g 2s a
d
SB'1
o91
B
1
0 v
CS
Schwan-
0
0
0
4.0
Spur j
Spur
0
5,0 ! Spur
Spur
0,3
kungen
— 406,0
— 240 0
■ 12,0
— 14 7,0
— ! 1 ,0 1
- 12,0
- 2 2,0
- 184 7,0
-56,0
— 27,0
— 3,3
Mittel
188,0
G.9,1
4,5
6»,5
4,0
4,2
9,6
302,3
8,2
8,0
1,8
Durch diese und andere Untersuchungen ist die frühere Streitfrage, ob der echteRum freie A meisensäure enthalte, dahin entschieden, dass der echte Rum in derThat unter Umständen sowohl freie Ameisensäure wie deren Aethylester ent-hält. Aus dem Grunde wird auch die frühere Angabe von Gutzeit und Maquenne,dass der Rum stets Methylalkohol enthalte, um so weniger bezweifelt werdenkönnen, als J. Wolff (Bd. I, S. 1441) in verschiedenen Fruchtbranntweinenebenfalls Spuren von Methylalkohol nachgewiesen hat.
Auch kommen im Rum ebenso wie im Kognak höhere Alkohole (Fuselöl)
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