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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Alkoholische Getränke

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nachweisen und bildet, wie die deutschen Vereinharungen sagen, die Prüfung desGeruches und Geschmackes von Seiten wirklich sachverständiger Fachleute in denmeisten Fällen eine sicherere Grundlage für die Benrtheilung, als die chemischeAnalyse.

4. HtlVtl. Der Mittelpunkt, für die Rum-Fabrikation ist Westindien (Jamaika,Guba etc.); zahlreiche Rum-Brennereien linden eich aber auch in Britisch- und Hof-ländisch-Guyana, ferner in Brasilien, auf Madagaskar, Mauritius etc.

TJeber die Bereitung des Rums finden wir in der Literatur die verschiedenstenAngaben ! ). Der Rohstoff zur Herstellung desselben ist die Melasse des Zuckerrobr-saftes, welche mit Wasser verdünnt der Gährung überlassen wird. Das Destillatliefert den Rum.

Vielfach mischt man auch die Melasse mit Abfällen des Zuckerrohres, sowiemit dem bei der Scheidung des Zuckerrohres erhaltenen Schaum, denSkimmings"und überlässt das noch mit Wasser, oder auch mit Wasser undDunder" (d. i. demDestillationsrückst and der Maische von früheren Rumbereitungen) versetzte Erzeug-niss der Gährung. (Ueber die hierbei thätigen Gährungsorganismen vergl. S. 1194.J

Auch aus Schaum- (Skimmings-) und Zuckerabfällen allein erzeugt man einjedoch minderwerthiges alkoholisches Getränk, den sog. _ Negerrum ", welcheraber kaum über die Grenzen seines Erzeugungsgebietes hinauskommen dürfte.

In Brasilien geschieht die Darstellung des Rums nach Stohmann in folgendereinfachen Weise:

Man macht eine Mischung von Melasse und Wasser und lägst dieselbe in grossen irdenen Ge-lassen gähren. Der Syrup wird vorher mii eini starken ilkalischen Lauge vermischt, welche ihnnach der dortigen Annahme verdicken und reinigen soll. .Diese Lauge erhält man durch Ausziehender Asche einer zur Gattung Polygonum gehörigen, von den Eingeborenen Cataya genannten Pflanzemit Wasser.

Die in den tropischen Gegenden herrschende Wärme begünstigt das Auftretendes Essigfermentas sehr und kann sich deshalb leicht eine zu grosse Menge Essig-äther bilden, welche, wenn im üebermass vorhanden, die Güte des Getränkes nach-theilig beeinflusst. Man fängt daher bei der Destillation das zuerst TJebergehendefür sich auf und verwendet es gesondert. Kieme Mengen Essigäther sind nothwendig,da sich derselbe an dem eigenartigen Aroma des Rums betheiligt.

Um das Aroma zu erhöhen, fügt man zuweilen bei der Destillation verschiedeneSubstanzen hinzu. Auf Madagaskar bringt man Kleeblätter in die Blase, in manchenGegenden Asiens mischt man die Würze mit der Rinde einer dornigen Akazie,Pattay genannt. Einige wenden die Blätter des Baumes an. welcher in OstindienAttier, auf St. Domingo Pommier Canelle (Aeona squamosa) genannt wird; anderemachen eine Beigabe von Pfirsich blättern.

Unter Bay-Rum versteht man das Erzeugniss der doppelten Destillation vonfeinem Rum über Beeren und Blätter von Pimenta acris (Lauracee); er soll alsKopfwaschmitte] gegen das Ausfallen der Haare und für nervösen Kopfschmerz, alsStärkungsmittel für Touristen etc. dienen.

Durch langes Lagern nimmt der Rum sehr an Güte zu. Um die Wirkungder Zeit zu umgehen, wird so behauptet, man hie und da dem Rum Ananas-saft zugesetzt und ihm dadurch ein liebliches Aroma verliehen.

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E Seil:Ueber Kognak, Rum und Arrak", Arbeiten a. d. Kaiserl. Gesundheitsamte 1891,