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Alkoholische Getränke.
Heber sonstige Branntweine vergl. z. B. Hollunderbeerbranntwoin tind Eber-eschenbranntwein Bd, I, S. 1433, über Schlehenbranntwein Bd. I, S. 1430, über solcheaus Erdbeeren, Bosinen, Wermuth, Feigen etc. ßd. I, S. 1517 und 1518,
2. Trester- und Jfefenbranntwein. Der Tresterbranntwein (oderauch Franzbranntwein gen.) wird dadurch gewonnen, dass man die AV einti o»tor, welchenoch etwas unvergohrenen Zucker enthalten, entweder für sich oder nach Zusatz vonZucker und Wasser weiter fahren lässt und der Destillation unterwirft Die Wein-trester müssen von guter Beschaffenheit, nicht stichig und nicht faulig s^ir,; selbst dieTraubensorte übt auf die Beschaffenheit des Tresterbranntweines ihren Einfiuss aus.Man gewinnt aus 100 kg nicht eingetretener Trester ungefähr 4—5 1, aus 100 kg festeingetretener Hefe 7—9 1 Branntwein. Das Abbrennen geschieht vielfach in einfachenApparaten mit direkter Feuerung, jedoch wird unter Anwendung von Wasserdampfzum Abtroiben des Alkohols ein feineres Erzeugniss erhalten. Behufs Entfernungder vielen Nebenerzeugnisse im rohen Tresterbranntwein, welche den Geruch undGeschmack beeinträchtigen, muss derselbe 1—2 Jahre lagern.
Die Zusammensetzung des Tresterbranntweines ist nach verschiedenen Ana-lysen (Bd. I, S. 1415 und 1514) folgende:
4 g
3 *4
oV il.-
0
in 100 eem Branntwein mg:
Auf 100 rem absol.
Alkohol mg.:
Tresterbranntw ein
cd
03
•
CD
0> r2
■& o
02
1 "g 1
1 i
iL i
J >" 5
Anerkannt rein .Von mittlerer GüteKünstlicher ....
8—25
83
46,7
40,447,3
137,619,1
20,0
73,016,51.2,5
71,210,110,5
0,50,10,1
155.329,328,0
9 7,831,413,0
156,3
40,826,4
1
152,5 1,047,3 0,222,210,2
332,572,559,0
209,4 852,177.7 : 238,527,5 135,3
Der Alkohol-Gehalt des echten Tresterbranntweines schwankte in den Proben zwischen 24,4bis 52,5 Yol.-°/o, der an Extrakt für 100 eem Branntwein zwischen 10,6 —1952,0 mg, an Säurenzwischen 2.4 —139,2 mg, der an Aldehyden zwischen 10,0—170,9 mg, an Estern zwischen 12,3bis 272,8 mg, der an höheren Alkoholen zwischen 16,6—158,4 mg.
Guter Tresterbranntwein soll einen ölig süsslichen Geschmack besitzen; ein mitZusatz von gewöhnlichem Sprit erzeugter Tresterbranutwein zeigt diesen süsslichenGeschmack viel weniger. Ferner soll guter Tresterbranntwein die „Probe" halten,d. h. die Blasen, welche sich beim Schütteln desselben in einem Fläschchen bilden,sollen sich nicht rasch verlieren, sondern längere Zeit erhalten Vielfach wird fürden Tresterbranntwein eine wasserhelle Farbe verlangt; für solche Fälle darf derselbenicht in eichenen Fässern aufbewahrt werden, weil er hierin wie alle Spirituosen gelboder bräunlich wird; auch mit Fett (Talg) oder Wasserglas innen überzogene Fässereignen sich nicht, weil letzteres sich in dem Branntwein löst, ersteres demselben einentalgigen Geruch und Geschmack ertheilt. Am besten eignen sich, um die wasser-helle Farbe beim Tresterbranntwein zu erhalten, Glasballons oder Cementgefässe.
Der Weinhefen-Branntwein wird in derselben Weise, wie der Tresterbrannt-wein gewonnen und gilt von ihm dasselbe, was von diesem gesagt ist. In einer ProbeHefenbranntwein wurden gefunden:
37,87 Vol.-% Alkohol, 18,0 mg Extrakt, 36,0 mg Ester in 100 cc:n.
Der Hefenbrami twein ist rauher und geringwertiger als der Tresterbranntwein(vergl. S. 1258). Den kratzenden, von zu viel Säure herrührenden Geschmack be-