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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Alkoholische Getränke.

a) Aepfel- und Birnenbranntwein. Für Aepfel-Rohsprite aas schwei-zerischen Fabriken, die theils mit beständig, theils mit unterbrochen wirkenden Appa-raten arbeiteten, wurde nach Bd. I, S. 1422 in Vol.-% gefunden:

FuselölAlkohol im im absoluten j Aldehyde

Branntwein Alkohol

-1,070 , 0,003

Furfurol

Säure

in 100 com

Estorzahl'/jyccm Normal-Natronlaugeiür 100 com

52,495,4 j 0,0850,939 0,0901,070 j 0,0030,028 00,0015 0,007-0.088 2,07,8Aepfel-Branntwein hat nach 8 Analysen, Birnen-Branntwein nach einer

Analyse folgenden Gehalt:

In 100 ccm sind mg

Branntwein

Alkohol

aus

V ol.-7.

Aepfelu

56,75

Birnen . .

50,2

Extrakt

«3,2

40,0

Freie Säure= Essigsäure

101,5

Aldehyd(Acet-0

18,8

28,0

Höhere

Alkohole

(Fuselöl)

182,8

80,0

Kster

('Vethylessig-

säure-Ester)

243,8

Basen-Stickstoff

0,57

Furfurol1,0

0,8

Aepfel- und Birnenbranntweine scheinen aber keine grosse Bedeutung für denHandel zu haben, sondern mehr für die Obstessig-Bereitung benutzt zu werden. Da-gegen spielt

b) der Kirschbranntwein eine nicht geringe Holle im Handel. Die Herstellungdes Kirsch-Branntweines, welche namentlich im Schwarzwalde einen blühenden In-dustriezweig bildet, geschieht nach Kessler und Barth 1 ) auf folgende Weise:

Die betreffenden Früchte (von Kirschen liefert den bouquetreiohsten Branntwein dieschwarze Vogelkirsciie oder sog. wilde Kirsche") werden zu einer breiigen Fruchtmaische inGäkrbottiche eingestampft und der freiwilligen Gäkrung überlassen; nach längerer Zeit wirddie Masse aus geeigneten Desttllirblasen entweder über freiem Feuer oder viel seltener mitüberhit; tem Wasserdampf ahdestillirt; das Destillat wird dabei gewöhnlich durch kupferneKühlschlangen geführt.

Wird bei der Destillation über freiem Feuer der Brand so lange fortgesetzt, bis dasDestillat den gewöhnlichen Weingeistgehalt solcher Branntweine von etwa 50 7» besitzt, sobrennt oft gegen das Ende der Destillation die dicke Maische stellenweise an und giebt nichtnur ein opalisirendes Destillat, sondern auch ein solches von brenzlichem Geruch und Geschmack;die letzteren Eigenschaften lassen sich mitunter auch durch nochmalige Destillation (sog.Läuterung) nicht ganz entfernen. Manchen Brennern gelingt es zwar, auch wenn sie diedirekte Destillation von der Fruchtmaische bis zu 50 7o Weingeist im Destillat treiben, dasAnbrennen zu vermeiden und einen vollkommen klaren Branntwein zu erzielen, der ganz be-sonders reich an Fruchtgerueh und Geschmack ist; meist aber wird entweder das direkteDestillat oder, wenn dieses nicht ganz tadellos war und geläutert werden musste, das zweitebis zu einem Weingeistgehalte von 60 Vol.-% geführt und das Erzeugniss sodann auf die fürdie verschiedenen Länder oder Gegenden mundgerechte Stärke von 4757 Vol.-*/« mit Wasserverdünnt.

Nessler betont, dass ein solcher Wassernusatz sicher nicht als Fälschung betrachtetwerden kann. Aus diesem Grunde und ferner deshalb, weil beim Desfilliren leicht Theil-chen mit übergerissen werden können, ist die Behauptung ungerechtfertigt, die Branntweinemüssten, wenn sie rein sind, als Destillate frei von jedem festen Rückstande sein.

Ein erhebliches Strecken des Destillats mit Sprit und Wasser kann chemischerseitsunter Umständen erkannt werden, wenn hartes Wasser Verwendung fand, wodurch der Kalk-gehait beträchtlich erhöht wird.

Zeitsem-, f. analyt. Chern. 1883, 22, 33.