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Branntweine und Liköre.
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Der im Nordosten Deutachlands viel getrunkene Gilka gilt ebenfalls als Korn-branntwein, welchem etwas Kümmelöl zugesetzt ist.
b) Whisky. Nach A. H. Allen ') wird der echte schottische Whisky in derWeise gewonnen, dass man Gerste über einem Torffeuer mälzt oder Roggen mit Malzmaischt und die durch Vergährung erhaltene Flüssigkeit in einer Blase mit Rühr-vorrichtung destillirt. Das Destillat, welches den Namen „low vines" führt, wirdnochmals in einer flachen Blase ohne Rührer destillirt; das zuerst übergehende■wird „four shots" genannt, dann folgt der „clean spirit" oder eigentliche Whisky, unddas zuletzt Destillirte heisst „faints". Die erste und dritte Fraktion werden der inder Verarbeitung folgenden Flüssigkeits-Menge wieder zugegeben. Der bei derersten Destillation in der Blase verbliebene Bückstand, genannt ,,pot ale", enthält nachAllen's Untersuchungen etwa 3% feste Stoffe, wiche aus 1% Säure (meist Milch-säure), 0,7°/ ft Peptonen, 0,6% Kohlenhydraten und 0,6"/„ Mineralstoffen bestehen.Junger Whisky hat einen unangenehmen Beigeschmack und bedarf zur Entfernungdesselben der Reifung. Beim Lagern des Whiskys nehmen nach Schidrowitz 2 ) dienichtflüchtigen Säuren, sowie Gesanimtester zu Furfurol ab. Der in Sherry-Fässerngelagerte Whisky soll auch einen grösseren Gehalt an höheren Alkoholen besitzen,als der in gewöhnlichen Fässern gelagerte Whisky.
Der Nordhäuser Kornbranntw ein enthielt nach 8 Proben 42,56—46,35 Vol.-%Alkohol und in 2 Proben 0,155 bzw. 0,202 Vol.-%> Fuselöl; Behrend fand in einemKornbranntwein bei 56,6 Vol.-% Alkohol sogar 0,487 Vol.-% Fuselöl und 0,011 %Säure (= Essigsäure).
Der Whisky ist eingehender untersucht und darin im Mittel mehrerer, 4—5-
jähriger Proben gefunden:
In 100 com Whisky mg
Aethyl-Alkohol
Extrakt
Propyl-alkohol
57,3Vol.-7„! 80,7 72,0
Butyl-atkohol
57,0
FlüchtigeAmyl- Saurenalkohol (Ameisen- u.Essigs&nrc)
68,5 IC,]
Kapron-sänre
10,7
Kapryl-siinre
2,0
Ester
Fur-f'urol
167,6 18
SonstigeAldehyde
11,6
Der Alkohol-Gehalt schwankte in 10 Proben zwischen 46—61,9 Vol.-%, nachanderen Proben zwischen 42—44 Vol.-%. In frischem Whisky ist der Gehalt anEstern und Aldehyden geringer und betrug z. B. nach 5 frischen Proben der Gehaltan Estern 34,2 mg, an Aldehyden 5,2 mg. Der Extrakt rührt aus den Wandungender Lagerfässer her und nimmt in Folge dessen ebenfalls mit dem Alter zu; er be-trug in frischem, 6 Monate altem Whisky 9,0 — 34,0 mg, in 4—5 Jahre altem dagegenbis 200 mg in 100 ccm Whisky.
2. Jiranntweine aus sonstigen Getreidearten und Kartoffeln.Behrend untersuchte (Bd. I, S. 1407) Branntweine des Kleinbetriebes aus ver-
scnieuenen soj
Branntweinaus
Alkohol
Fuselöl
Vol.- 0 /,,
Säure —
Essigsäure
mg in
100 ccm
Kupfermg in 1 1
Aldehyd-Reaktion
Furfurol-Reaktion
Vol.- Gew.-
0/ 0/
/o Its
im Branntwein
im absolu-ten Alkohol
Dinkel (4) . .
49,9 42,5
0,225
0,458
12,0
0—10
0—stark
0,005 — 0,01
Mais (8) . .
54,1 45,5
0,317
0,582
13,0
0—6
0—stark
0—0,004
Dari (3) . .
52,0 44,4
0,182
0,335
2ß,0
0—6
0—stark
0—Spur
Kartoffeln (13)
49,1 41,7
0,120
0,270
22,0
0-10
0—schwach 0—0,005
') Chem. Centralbl. 1891, I., 1100; II., 319.
2 ) Zeifchr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genusanrittel 1903, 6, 474.
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