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Alkoholische Getränke.
Selbst der reinste deutsche Alkohol enthielt noch geringe Beimengungen, nämlichin 100 ccm 2,4 mg Säure. 4.2 mg Aldehyde und 3,5 mg Ester.
H. Mastbaum (Bd. I, S. 1518) fand für „raffinirte Weinsprits" bei 92,86bis 93,95 Vol.-°/ 0 Alkohol, 4,0 bis 67,2 mg Extrakt, 2.4 bis 14.4 mg Säuren, 4,1bis 19,9 mg Aldehyde, Spur bis 0,4 mg Furfurol, 102,1 bis 118,5 mg Ester, 12,4 bis28,7 mg höhere Alkohole in 100 ccm Weinsprit.
E. Seil (Bd. I, S. 1406) fand in Rohsprit mit 88,55 Vol.-% Alkohol 0,20Vol.-°/ 0 Fuselöl, konnte dagegen in dem zugehörigen Primasprit mit 91,16 Vol.-° aAlkohol und dem Weinsprit mit 96,57 Vol.-% Alkohol kein Fuselöl mehr nach-weisen. Nach J. Shilagy (Bd. I, S. 1439) enthielten ungarische Rohsprits.
Aus Kartoffeln Rüben Mais u. Kartoffeln Mais Melasse
Alkohol . . . 92,7 Vol.-% 84,9 Vol.- 0 /» 86,0 VoL-% 87,0 Vol.-°/„ 86,5 Vol.- 0 /»
Fuselöl . . . 0,27 „ 0,67 „ 0,31 „ 0,18 „ 0,32 „
In dem Sekunda-Sprit waren noch 0,020 Vol.-%, in dem Prima- und Weinspritdagegen kein Fuselöl mehr vorhanden.
Claudon u. Morin Hessen reinen Zucker mit elliptischer Hefe vergährenund fanden dabei (nach Bd. I, S. 1439) ähnliche Mengen Nebenerzeugnisse, wie bei son-stigen Gährungen mit anderen Rohstoffen und Hefen, nämlich aus 1000 g Zucker:
Aethyl- Norm. Pro- Isohutyl- Amyl- Oenanth- Isobutylen- „. . Essig-
alkohol pylalkohol alkohol alkohol äther glykol J säure
506,15 g 0,020 g 0,015 g 0,510 g 0,020 g 1,58 g 21,20 g 2,05 g
Furfurol und Aldehyd waren nur in Spuren vorhanden.
Nach Lindet, Morin und Tanret (Bd. I, S. 1439) bildet sich bei der alkoho-lischen Gährung auch Ammoniak, bezw. eine Base von der Formel C 7 H J0 N a tz. B. in 11 bei:
Berfibtein-säure4,52 g
Korn-Spiritus
Ruhen-Spiritus
Alkohol . .
49 — 60°
54 — 7 6"
Ammoniak .
. 0,40 — 0,86 mg
0,89—2,86 mg
Basen . . .
. 1,70—3,65 „
3,57 — 12 15 „
Melasse-Spiritus
71 — 79°18,09—23,05 mg76,88 — 97,96 „
Topinambur-Spiritus
58°0,93 mg3,95 „
Krämer und Pinner wiesen im Fuselöl auch Kollidin (C 8 H n N) nach.
1. Itombranntwein. Die bekanntesten Kornbranntweine sind: Der sog.Nordhäuser etc. (aus Roggen) in Deutschland und der Whisky (aus Gerste oderRoggen und Malz) in Schweden, Schottland. Russland und Amerika.
a) Der Nordhäuser Korn ist schon seit Jahrzehnten ein beliebter Branntweinin Deutschland. Die guten Eigenschaften desselben scheinen darin zu liegen, dassman den Branntwein nicht direkt aus der Maische, sondern wie beim Genevre undAbsynth aus dem Lutter, d. h. erst den halben, und aus diesem den fertigen ganzenBranntwein gewinnt. In den Jahren 1807—1815 bestanden in Nordhausen SO," Anfang1890 noch 68 Brennereien, welche jährlich 380000 hl dieses Branntweines hergestellten.
Auch in Westfalen wird in vielen kleinen Brennereien ein reiner Koinbrannnt-wein, sog. „alter Klarer", hergestellt.
Der in Friesland und an der Nordseeküste verbreitete „Dornkaat" ist einüber Wacholderbeeren abdestillirter Kornbranntwein. Derselbe ist nicht mit demaus Wacholderbeeren gewonnenen Wacholderbeerenbranntwein (siehe unten) zu ver-wechseln.