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Die menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, ihre Herstellung, Zusammensetzung und Beschaffenheit, nebst einem Abriss über die Ernährunglehre
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Koka.

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Den Schnupftabak versetzt man wohl mit Bisenvitriol, Bleichromat, Mennige, Kieselsäure etc.,einerseits um das Gewicht zu erhöhen, andererseits um ihm eine entsprechende Färbung zu verleihen.Zu diesen gesellt sich mitunter Blei aus der Verpackung mit bleihaltiger Zinnfolie. B. Kisslingfand in 19 Schnupftabak-Sorten 01,252% Blei, von der Zinnfolie herrührend.

Koka.

Die Kokablätter werden von dem Kokastrauche (Erythroxylon Coca Lam.) ge-wonnen, der in Peru (1218° s. Br.), in Bolivia, Chili, Brasilien, neuerdings auchin Paraguay und Argentinien, vorwiegend in den warmen Thälern der Ostabhängeder Anden angebaut wird. Eine Anpflanzung wird bis gegen 40 Jahre ausgenutzt, in-dem die Blätter erst vom 5. Jahre an und dann 45-mal jährlich gepflückt werden.Das Kokablatt ist ziemlich dünn, leicht zerbrechlich, je nach dem Alter 36 cmlang, 24 cm breit, mit einem 45 mm langen Stielchen versehen, elleptisch oderverkehrt eiförmig und kahl; die Oberseite ist schmutziggrün oder gelbgrün und glänzend,die Unterseite lichtgelbgrün bis schmutzigweissgrün und matt: die auf letzterer freihervortretende Mittelrippe verläuft gerade und hat zahlreiche, zarte, kaum sichtbareNebenrippen. Ausser den Blättern enthält die Handelswaare häufig noch Blatt-knospen und kleine Stücke jüngerer Zweige. Der Geruch der Blätter ist schwacharomatisch, der Geschmack anfänglich bitter zusammenziehend, später schwachbrennend. Dieselben sollen schon nach 5-monatigem Aufbewahren geruch- und ge-schmacklos werden. TJeber die Art der Verwendung vergl. S. 1066.

Die Kokablätter haben nach einer Analyse folgende procentige Zusammen-setzung:

Wasser ~ -. Alkaloi'd 1 ) Fett

Glukose Dextrin Stärke

Sonstigestickstoff-frei- Erf-traktetoffe

Kohfaser Asche

8,99% 21,12% 0,26% 5,18% 2,58% 2,28% 9,53% 26,77% 18,41% V 4 7.

Der wirksame Bestandteil der Kokablätter ist das Kokain (C 17 H 21 N0 4 ),

welches beim Kochen mit Salzsäure in Ekgonin, Benzoesäure und Methylalkohol

zerfällt und welchem man folgende Konstitutionsformel giebt:

/ CH 2 CH, -..- ' 0 CO C, H äCHt - CH, CH -^C CO ä CH,\ I

X CH 2 ----------------- K(CH)

Es schmilzt bei 98°, ist linksdreheud und dadurch, dass es als salzsaures Salz eineGefühllosigkeit der Schleimhaut bewirkt, in der Chirurgie bei Augen- und Kehlkopf-operationen besonders wichtig geworden. Es kommt nur zu 0,020,2 °/ 0 in denKokablättern vor; die blassgrünen Blätter (beste Sorte) enthalten mehr Kokain, alsdie dunkelen Blätter. Künstlich lässt es sich aus seinen vorstehend angegebenenKomponenten aufbauen.

W. Hesse 2 ) hat in den Kokablättern ein weiteres Alkaloi'dKokamin"

') Die Menge der Alkalo'ide wurde in derselben Weise wie das Koffein im Kaffee und Theenach Hilger bestimmt; ob dadurch alle Alkalo'ide gelöst worden sind, ist zweifelhaft; auch handeltes sich hier um eine längere Zeit aufbewahrte Probe Kokablätter und kann auch hierdurch der natür-liche Gehalt beeinträchtigt worden sein.

2 ) Chem.-Ztg. 1887, 11, Rep. 183; 1889, 13, Kep. 281 und 1891, 15, Kep. 191; 1892,16, 105.