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Die pflanzliehen Nahrungs- und Genussmittel.
H. Thoms 1 ) ist dagegen der Ansicht, dass das Pyridin nur aus dem NikotiDgebildet wird. Aber auch er findet, dass sich ein erheblicher Theil des Nikotins inden unverrauchten Stummeln ansammelt und etwa 75 °/o m den Rauch übergehen.Ausser Nikotin, Pyridin, Ammoniak, Kohlenoxyd, Kohlensäure und Buttersäurekonnte Thoms im Tabakrauch ein ätherisches Oel nachweisen, welches aus denmit Schwefelsäure, Natronlauge etc. beschickten Absorptionsgefässen bezw. Flüssig-keiten mit Wasserdampf abdestillirt werden konnte und zwar aus 15 kg Tabak6,0 g Oel. Es hat einen dem Kamillenöl ähnlichen Geruch, siedet bei 295—315°,enthält kein Terpen, wohl aber Phenole. Beim Verrauchen des mit WasserdampfJestillirten Oeles wird ein Stickstoff- und schwefelhaltiges Oel von äusserst starkerGiftwirkung erhalten.
J. J.Pontag 2 ) erhielt für Cigarretten (russische Papyros) wesentlich un-günstigere Ergebnisse. Darnach fanden sich von 100 Teilen Nikotin:
In den Mundstücken22,23 %
Durch Bauch zerstört28,71 %
An sonstigen Raucherzeugnissen ergaben sich:
Beim thatsächl.__________Nik otin __________
Verrauchen in den Mund- durch Bauch
von Tabak
s
100
0,436(1 Papyros)
stücken
0/
/o0,53
0,002
zerstört
/»0,080,003
Im Bauch49,06 %
Im Kaueh
Nikotin Ammoniak
%1,160,005
%
0,36
0,0016
Pyridin-basen
7»
0,140,0006
Blausäure
%
0,008
0,00003
Kohlen-oxydcom412418,0
Da leidenschaftliche Raucher täglich 30—50 Cigaretten rauchen und 1 Cigarrette(Papyros) 0,5 g Tabak, wovon etwa 0,45 g verraucht werden, enthält, so würden dieeingesaugten Gase unbedingt schädlich wirken, wenn dieselben vollständig im Körperverblieben.
Ohne Zweifel besitzt der Tabakrauch nach allen diesen Untersuchungen mehroder minder giftige Eigenschaften, wenn sie auch wegen der alsbaldigen Vertheilungund Verdünnung in der umgebenden Luft nicht zum Austrage kommen mögen.Am bedenklichsten dürften die Cigarretten sein.
Verfälschungen und Verunreinigungen des Tabaks.
Zur Verfälschung des Bauchtabaks werden eine ganze. Beihe werthloser, aber unschädlicherBlätter, z. B. Bunkelrüben-, Ampfer-, Kartoffel-, Cichorien-, Bhabarber-, Ulmen-, Platanen-, Wallnuss-,Linden-, Huflattig-, Kirsch-, Bösen- und Weichselblätter etc. verwendet. Ein Zusatz der 3 letzterenBlätter ist nach dem Gesetze über die Besteuerung des Tabaks für die geringeren Sorten Eauch-tabake und Cigarren bis zu einem gewissen Procentsatz erlaubt.
Man vermengt diese Blätter direkt mit denen des Tabaks oder beizt sie mit dem Saft aus denStengeln sowie dem Abfall von der Tabak-Fabrikation und verarbeitet sie auch für sich allein zu sog.Bauchtabaken und Cigarren.
Der Zusatz von obigen Blatt-Ersatzmitteln zu Jen besseren Sorten Bauchtabak und Cigarren dürfteindessen kaum verkommen, da sie den Geruch und Geschmack derartig beeinträchtigen, dass derFabrikant eher Schaden als Nutzen davon hätte.
') Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- n. Genussmittel 1899, 2, 798.2 ) Ebendort 1903, 6, 673.