Tabak.
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Die Verbrennlichkeit (Verglimmbarkeit) des Tabaks hängt von verschiedenenBestandteilen desselben ab; sie wird in erster Linie begünstigt:
a) Durch einen hoben Gehalt an Kali, und zwar in Form von pflanzen-sauren Kalisalzen, eine Thatsache, auf die auch schon Schlösing und Nessler hin-gewiesen haben, die dann weiter durch die Untersuchungen von M. Fesca undM. Barth bestätigt worden ist.
Schlösing führt die günstige Wirkung darauf zurück, dass das pflanzensaureKalium beim Verkohlen des Tabaks sich aufbläht und unter Uebergang in Kalium-karbonat eine lockere Kohle bildet, welche den Luftzutritt und damit die leichtereVerbrennlichkeit erhöht. J. Nessler nimmt dagegen an, dass aus dem Kalium-karbonat durch die erzeugte Wärme unter Umständen Kalihydrat (?) entstehenkönnte, ja dass es nicht ganz unwahrscheinlich sei, dass sich unter dem Einflussder gleichzeitig gebildeten Kohle Kalium bilde, welche beide eine leichtere Ver-brennung der Tabaksubstanz zur Folge hätten.- J. Nessler hat durch seine zahl-reichen und eingehenden Untersuchungen nachgewiesen, dass die leichtere Ver-brennlichkeit und der Wohlgeruch des Tabaks bezw. der Cigarren imAllgemeinen dem Gehalt der Asche an kohlensaurem Kalium (unterUmständen auch des Gesammtkalis) der Asche parallel gehen. Dort, wodieses nicht der Fall war, waren die Tabake durch einen hohen Gehalt an Pro-tei'nstoffen ausgezeichnet, welche die leichte Verbrennlichkeit derselben beeinträch-tigen. Aus einer weiteren Untersuchung schliesst J. Kessler 1 ) sogar, dass keinTabak gut brennt, der mehr als 0,4 °/ 0 Chlor und zugleich weniger als2,5% Kali enthält.
E. Quajat findet ebenfalls, dass in den gut verbrennlichen Tabak-Sorten dieKalisalze die anderen Mineralstoffe überwiegen, dass dagegen die Menge der Ascheeiner Sorte um so geringer zu sein pflegt, je besser diese letztere ist. Nach M. Fescaist das Verhältniss der in Wasser löslichen Karbonate zu den Mineralsalzen für dieBeschaffenheit von Belang, insofern als ein starkes Ueberwiegen der Karbonate alsein gutes Merkmal zu betrachten ist.
Der Kalk scheint das Kali in etwa ersetzen zu können; übersteigt aber derG«halt der Asche an Kalk (und besonders an Magnesia), sowie an löslichen Karbo-naten eine gewisse günstige Höhe, so wirken Kalk und Magnesia wiederum nach-theilig auf die Verbrennlichkeit.
b) Durch eine feine und dünne Struktur des Blattes; je feiner unddünner das Blatt, desto besser ist die Verbrennlichkeit, weil es der Luft leichterenZutritt gestattet als ein dickes Blatt.
c) Durch einen hohen Gehalt an Amiden und Nikotin gegenüber deman Proteinstoffen in der Weise, dass, je mehr Amide und Nikotin im Verhältniss zuProtei'nstoffen vorhanden sind, desto besser die Verbrennlichkeit zu sein pflegt.
M. Fe3ca ist der Ansicht, dass von der Menge und der Art der Amide, wieebenso von der Menge und Art der aus den Kohlenhydraten gebildeten organischenSäuren wesentlich die Güte des Tabaks bedingt wird.
Ungünstig dagegen wirken auf die Verbrennlichkeit:
') Lutktsv. Versuchsstationen 1892, 40, 395. In dieser Abhandlung bespricht J. Nessler alleEinflüsse, von welchen die Beschaffenheit des Tabaks abhängt.
König, Nahrungsmittel