1138
Die pflanzlichen Nahrungs- und Genussmittel.
srbrennen wir von demselben Tabak, den wir der trockenen Destillation unterworfen haben,rin einer starken Wärmequelle, z. B. an einer Gas oder Spiritnsflamme, so bemerken wir verhältniss-massig >ehr wenig Gerach. Einmal bilden sieh hier, wie bei sonstiger trockener Destillation (i onSteinkohle, Heiz u. s. w.), weit weniger stark riechende (theerige) Stoffe, wenn die Temperatur sehrhoch ist-, dann aber verbrennt von den ursprünglich vorhandenen und von den sich eben bildenden,riechenden Stoffen ein grosser Theil.
n den zwei angeführten Versuchen, einerseits der Verkohlung ohne Luftzutritt und andererseitsder möglichst vollständigen Verbrennung unter Zufuhr von Wanne durch eine Flamme, haben wir inBeziehung auf Geruch beim Verbrennen von Cigarren die zwei äussersten Endpunkte dargestellt. Dieeinzelnen Sorten von Cigarren nähern sich, bald mehr dem ersteren Punkte, d. h. es bilden sieh mehrErzeugnisse der trockenen Destillation, und diese sowohl, als die ursprünglich vorhandenen riechendenStoffe rerbrennen weniger oder sie nähern sieh mehr dem anderen Endpunkt, d. h. es bilden sichweniger Erzeugnisse der trockenen Destillation, und dieai sc«'ie die im Tabak enthaltenen flüchtigenStoffe verbrennen vollständiger.
Dass eine solche Verschiedenheit wirklich heim Verbrennen des Rauchtabaks stattfindet, lässt sieh leichterkenne«. Betrachten wir verschiedene glimmende Cigarren, so sehen wir, dass die oben angeführten 4 Stellensehr verschieden gross und verschieden beschaffen sind. Zuweilen, und zwar hei den besseren Tabaken,fällt der brennende, der verkohlte und der eben verkohlende Theil fast in eine Linie zusammen, esbildet sich jetzt weniger Rauch und verhältnissmässig weniger Geruch, besonders der unangenehme,brenzliche Geruch tritt nicht oder in geringerem Masse auf, weil eben das Verkohlen und das Ver-brennen sehr nahe zusammengerückt sind; es bilden sich weniger übelriechende Stoffe und diese unddie vorhandenen flüchtigen Stoffe verbrennen zum Theil. Bei anderen Cigarren nehmen der verkohlteund der verkohlende Theil einen weit grösseren Raum ein. Dadurch, dass eine grössere Menge Tabakvor dem Verbrennen verkohlt, wird die Stelle, wo das Verkohlen stattfindet, weiter vom Feuer ent-fernt; bei dieser niederen Temperatur bilden sich mehr jener übelriechenden, brenzlicben Stoffe,und diese, sowie die vorhandenen flüchtigen Stoffe verbrennen nicht oder doch weniger als in demoben angeführten Fall, wo der verkohlende Theil >ies Tabaks möglichst nahe bei dem Feuer ist.
Die wohlriechenden Stoffe sind wenigstens zum Theil bei niederer Temperatur, als dem Ver-kohlungspunkt flüchtig, sie können sich also vorher verflüchtigen und treten um so mehr hervor, jeweniger sie durch die erwähnten tkeerartigeu Stoffe verdeckt werden.
In Beziehung auf die oben angeführten Stellen au dem verbrennenden Theil der Cigarre könnenwir folgende Unterscheidungen machen;
Die Asche kann weiss oder schwarz oder in verschiedenen Zwischenstufen zwischen heulen sein.Man sagt daher von einem Tabak, er giebt weisse, graue bis schwarze Asche.
Der eben verbrennende Theil kann mehr oder weniger schnell fortschreiten, d. h. das Ver-brennen kann schneller oder weniger schnell staltfinden. Das Glimmen des Tabaks kann aber mehroder weniger gleichmassig, mehr oder weniger lange fortdauern. Wenn man ein Tabakblatt an einerStelle seiner Fläche mit einer brennenden Cigarre entzündet, so soll der Tabak gleichförmig und ineinem Kreis herum fortglimmen. Bei den Cigarren dauert «las Glimmen mehr oder weniger langefort, nachdem keine Luft mehr durch die Cigarre gesaugt wurde. Die Cigarren halten mehr oderweniger lange Feuer.
In Beziehung auf die 3. Stelle giebt es Tabake, und Cigarren, die beim Verbrennen hinter demFeuer eine ziemlich grosse Strecke Kohle erzeugen; man sagt dann, sie kohlen mehr oder wenigerstark. Hinter der Kohle findet endlich auch eine mehr oder weniger grössere Strecke eine Ver-änderung des Blattes statt, zuweilen bläht es sich dabei auf, was immer ein sehr schlechtes Zeichenfür den Tabak ist.
Bei einer guten Cigarre soll die Asche weiss, höchstens grau., nicht schwarz sein. Das Glimmensoll nicht zu langsam gehen und nicht zu kurz anhalten. Die Form de? brennenden Theiles sollnach vom etwas, aber nicht zu lang zugespitzt sein. Der verkohlte und der eben verkohlende Theilsollen Suez sein, fast in eine Linie zusammenfallen."