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Die pflanzlichen Nahrunge- und Genussmittel.
Im Allgemeinen sind Rauch-, K.iu- und Schnupftabak, vorwiegend wegen derzweiten durchgemachten Fermentation, nicht so nikotinreich als Cigarren, wenigstensnicht als frische Cigarren.
Beim Lagern des fertigen Tabaks findet :neben Wasserverlust noch einestetige langsame Oxydation statt, in Folge deren die organische Substanz im Ver-hältniss zu den Mineralstoffen eine geringere wird, und da mit der Menge der letz-teren im Allgemeinen die Verbrennlichkeit der Tabake eine leichtere wird, so erklärtsich hieraus, dass abgelagerter Tabak oder abgelagerte Cigarren besser als imfrischen Zustande verbrennen.
Beim Lagern geht aber ferner ein Theil des Nikotins und ätherischen Oelesverloren, so dass von einem gewissen Zeitpunkt an der Tabak oder die Cigarren nichtbesser, sondern schlechter werden.
Neuerdings wird, um die schädlichen Wirkungen des Nikotins zu beseitigen,vielfach angestrebt, nikotinfreie Tabake (besonders Cigarren) herzustellen. NachD. B. P. (C. W. Schliebs & Co. in Breslau) soll dieses durch Erwärmen des vorhereinem Schwitz- und Dünstvorgang ausgesetzten Rohtabaks geschehen, nach D. R. P.(R. Kissling & Co. in Bremen) durch Besprengen des Tabaks mit schwacher Alkali-lösung und durch Einwirkung eines feuchten Luftstromes bei 50°, nach D. R. P.116939 (Robert Liebig in Bremen) durch den elektrischen Strom, nach D. R. P.117744 (Joh. Seekamp & Co. in Bremen) durch Behandeln (d. h. Oxydiren desNikotins) der Blätter mit alkalischem Wasserstoffsuperoxyd und dergl. Patente mehr.
8. Umstände, welche die Güte eines Tabaks bedingen. Die wichtigeFrage, wovou die Güte eines Tabaks abhängt, ist vielfach geprüft, aber bid jetztnoch wenig aufgeklärt. Man kann nach M. Fesca die Geringwerthigkeit einesTabaks mit grösserer Sicherheit nachweisen, als die gute Beschaffenheit desselben.
Die vielfach verbreitete Ansicht, dass die Stärke und Güte des Tabaks vondem Nikotingehalt desselben abhängt, ist von verschiedenen Seiten widerlegt, in-dem z. B. der syrische Tabak, der beim Rauchen sehr betäubend wirkt, keinNikotin enthält, und in den besten Sorten Havanna-Tabak weniger Nikotin, als indem Unterländer- und Seckenheimer Tabak, die als sehr schlechte Rauchtabake be-kannt sind, enthalten ist.
Darnach kann der Nikotingehalt wohl die Schärfe, aber nicht den Wohl-geschmack des Tabaks bedingen. Dieses folgt auch daraus, dass der Tabak oderdie Cigarren im Allgemeinen um so besser bekommen, je länger sie lagern: beimLagern verflüchtigt sich aber, wie schon gesagt, ein nicht unwesentlicher Theil desNikotins. Ferner läuft das ganze Wesen der Fabrikation darauf hinaus, den Nikotin-gehalt der Tabaksblätter zu vermindern.
Es sind daher für den Wohlgeschmack und die Güte des Tabaks andere Um-stände entscheidend, als der Nikotingehalt. Diese sind in erster Linie die aroma-tischen B estandtheile als solche, fertig gebildet im Tabak, und Stoffe, aus denensie sich während des Brennens des Tabaks bilden können. Bezüglich der fertig ge-bildeten aromatischen Bestandteile und der Grundstoffe für dieselben werden sichdie Tabake aus den einzelnen Gegenden sehr verschieden verhalten. Aber niciit dieArt und Menge dieser Stoffe bedingt allein den Wohlgeschmack des Tabaks, sonderndie Art des Verbrennens, die grössere oder geringere Verbrennlichkeit.